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Stark vor dem Drama, unkonzentriert danach

YB hat gegen den FC Basel bis zu Emiliano Dudars Ausfall brilliert – und war danach logischerweise ziemlich geschockt.

Eigentlich spielte das Resultat zwischen YB und dem FC Basel gestern am Ende keine Rolle, der Gesundheitszustand Emiliano Dudars stand im Vordergrund. Aus welchen Motiven auch immer aber war ja weitergespielt worden, und Ende Saison könnten die zwei verlorenen Punkte der Young Boys im möglichen Titelkampf mit dem FCB auch noch eine gewisse Bedeutung haben – und weil die Partie eben nicht abgebrochen wurde, gehört es zur Chronistenpflicht, über das Gipfeltreffen der Super League zu berichten. YB also spielte zu Beginn so, wie YB spielen möchte: druckvoll und aggressiv, spielstark und ideenreich. Die Berner waren präsent und überzeugend, sie traten ganz anders und mit viel mehr Selbstvertrauen auf als beispielsweise in der Finalissima im Mai. Damals hatten die chancenlosen Young Boys gegen den FCB 0:2 verloren, gestern führten sie nach 22 Minuten bereits mit 2:0. Und so sprach YB-Chef Ilja Kaenzig von einer «hervorragenden Leistung bis zum Spielunterbruch» und davon, dass man gesehen habe, welches Potenzial in diesem Team stecke. Die frühe 2:0-Führung Bereits in der 4.Minute erzielte Ammar Jemal das 1:0, nach einem Eckball und einer Kopfballvorlage Henri Bienvenus. Die Young Boys dominierten Ball und Gegner, es war eine Freude, ihnen zuzusehen, wie sie Basel überrollten, links und rechts und durch die Mitte. Nach einem fantastischen Steilpass Moreno Costanzos traf der wirblige David Degen zum 2:0 – gespielt waren erst 22 Minuten, und aus FCB-Sicht musste man eine Kanterniederlage befürchten. Es kamen aber die 38.Minute und das Drama um Dudar – und der Bruch im YB-Spiel. Nach der längeren Unterbrechung wirkten die Berner verständlicherweise geschockt, sie waren unkonzentriert und leisteten sich Fehler, die bestraft wurden. Alex Frei traf noch vor dem Seitenwechsel mit einem herrlichen Freistoss, nachdem Jemal den Basler Mittelfeldspieler Fwayo Tembo gefoult hatte. «Natürlich waren wir ein bisschen durcheinander», sagte YB-Captain Marco Wölfli. Der Torhüter fand, es sei schade, habe man so früh das Gegentor erhalten. Und Routinier Christoph Spycher meinte, man habe in der zweiten Halbzeit zu fehlerhaft gespielt. «Es wäre aber nicht korrekt, wenn wir Dudars Ausfall als Ausrede benutzen würden», sagte Spycher. «Schliesslich wollten wir auch für Dudar gewinnen.» Viele Positionswechsel Der FC Basel steigerte sich derweil mit Fortdauer der Begegnung eklatant, Jungnationalspieler Xherdan Shaqiri kurbelte die Angriffe der Gäste konsequent an. YB verlegte sich früh aufs Verteidigen der 2:1-Führung, und weil auch der gleichfalls geschockte YB-Trainer Vladimir Petkovic mit seinen Wechseln und vor allem zahlreichen Umstellungen seine Fussballer an diesem Tag möglicherweise überforderte, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fiel. Einige Akteure wie der für Dudar eingewechselte Alain Nef sowie Spycher und Scott Sutter agierten im Verlauf der Partie auf mehreren Positionen, und so gingen Ordnung und Spielfluss bei YB weiter verloren. Es war Basels Joker Scott Chipperfield, der mal wieder gegen die Young Boys reüssierte und in der 74.Minute das 2:2 erzielte. In der Schlussphase, als bei YB fast nur noch defensive Kräfte auf dem Rasen standen, hatte vor allem der starke Degen Gelegenheiten, das Siegestor zu erzielen. «Ich ärgere mich, haben wir nicht gewonnen», sagte Degen, doch auch er wusste, was nach dieser Veranstaltung wichtig war: «Entscheidend ist, dass es Dudar bald besser geht.»Fabian Ruch>

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