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Stadtmarketing: Alles Logo oder was?

«Thun. Die Stadt. Lieben. Leben.» So steht es im Logo der Stadt. Bis vor kurzem stand da auch noch «Berner Oberland». Aber weil diese Worte in der falschen Schrift verfasst waren, mussten sie weichen. Klammheimlich.

Gut möglich, dass mit diesem Artikel auch vor den Kulissen Aufregung aufkommt. Bisher wogte der Unmut vor allem hinter denselben. Stein des Anstosses sind zwei Wörter. Oder genau genommen: zwei fehlende Wörter. Erinnern wir uns an den Februar 2006: Mit viel Tamtam und freudestrahlend präsentierten Stadtpräsident Hansueli von Allmen und der damalige Leiter des Stadtmarketings, Manfred Fasnacht, den neuen Werbeslogan für die Stadt Thun: «Thun. Berner Oberland. Die Stadt. Lieben. Leben.» Das war die Essenz, welche ein Kernteam von 21 Leuten aus über 200 Vorschlägen gefiltert hatte; insgesamt waren damals über 40 Personen damit beschäftigt, für Thun ein neues Logo und einen neuen Slogan zu finden, welcher sich interdisziplinär anwenden lässt: Tourismus, Wirtschaft, Wohnmarketing – kurz: Standortmarketing im Allgemeinen. Seit einiger Zeit staunt aber der Besucher der Internetseite der Stadt Thun. Denn da prangt neuerdings ein Logo, zusammengesetzt aus folgenden Wörtern: «Thun. Die Stadt. Lieben. Leben.» Das Berner Oberland? Verschwunden. «Wir haben ‹Berner Oberland› aus dem Logo herausgenommen», sagt Philippe Häberli, heutiger Leiter des Thuner Stadtmarketings, auf Anfrage. Als Grund gibt er an, dass die Volkswirtschaft Berner Oberland (VW Beo) an das Stadtmarketing herangetreten sei. «Es wurde gewünscht, dass wir die neue Dachmarke für die Region Berner Oberland übernehmen, um eine mögliche Verwechslung der Marken zu vermeiden, und gleichzeitig mithelfen, die Marke der Region zu stärken.» Einheitliches Logo Susanne Huber, Geschäftsführerin von VW Beo, bestätigt dies: «Wir sind daran, das Berner Oberland als Dachmarke neu zu positionieren», sagt sie. «Wir wollen den Namen und das Logo stärken. Deshalb haben wir die Stadt Thun gebeten, ‹unser› Berner-Oberland-Logo zu übernehmen.» Huber betont allerdings auch, dass VW Beo keine Direktiven erteilen könne. «Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, dass Thun die Worte ‹Berner Oberland› einfach mit unserem Logo austauscht.» Genau das will Häberli aber nicht. Die Integration des Oberland-Logos in jenes von Thun sei grafisch nicht möglich. «Wir können das Berner-Oberland-Logo aber im Bereich Standortmarketing oder für den Tourismus als Co-Marke platzieren», sagt er. «Wie und wo wir es einbauen, wird noch diskutiert.» Heute bilden die Destinationen Lenk, Adelboden, Kandersteg und Thunersee gemeinsam eine Marketingkooperation, welche unter dem Namen «Berner Oberland» auftritt und wirbt. Neben den eigenen Logos platzieren die Destinationen jeweils auch das offizielle Berner-Oberland-Logo als sogenannte Beistellmarke. «Fehler korrigieren!» Interesse an der Positionierung von Thun als Teil des Berner Oberlands haben insbesondere Thuns Touristiker. So ist Marianne Staub als Präsidentin von Thun Tourismus erbost über das plötzliche Verschwinden der Worte «Berner Oberland» aus dem Thuner Slogan. «Er ist das Resultat langwieriger und harter Arbeit an der Basis», sagt sie. «Wirtschaftlich, politisch und vor allem touristisch ist die Streichung unverständlich und nicht hinzunehmen.» Sie erwartet deshalb: «Der Fehler muss so schnell wie möglich korrigiert werden!»Marco Zysset >

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