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Spital Thun schafft Klarheit

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Das zweitgrösste regionale Spitalzentrum des Kantons Bern bricht ein Tabu: Die Spital STS AG mit den Akutspitalstandorten Thun, Zweisimmen und Saanen fordert die öffentliche Hand auf, sich an den ungedeckten Kosten der unrentablen Standorte auf dem Land zu beteiligen. Dies gab der Verwaltungsrat (VR) gestern Abend bekannt. Gemeint sind die Standorte Zweisimmen und Saanen, die der Spitalgruppe heute ein Defizit von 7,5 Millionen Franken im Jahr verursachen. Der VR wollte diese Standorte durch einen Neubau auf der Saanenmöser ersetzen. Dies hat der Regierungsrat aber nach einem heftigen Streit in der Region als politisch unmöglich eingestuft und so verunmöglicht; nun sieht der VR vor, nur noch in Zweisimmen ein Akutspital zu betreiben und das Spital Saanen zu einem Gesundheitszentrum mit tieferen Fixkosten umzubauen. Was macht der Grosse Rat? Doch auch so bleibt gemäss VR-Präsident Peter Dolder ein Defizit von rund 5 Millionen Franken im Jahr. Das ist für den VR zu viel. Dabei spielt die neue Spitalfinanzierung mit, die 2012 eingeführt wird und den Kostendruck weiter erhöht. Es entspricht der Logik dieses Finanzierungssystems, dass jene Spitäler, die periphere Standorte eher aus Gründen der Regionalpolitik als der Versorgungsnotwendigkeit betreiben (müssen), staatliche Gelder einfordern können, da ihre Tarife solche «gemeinwirtschaftlichen» Leistungen nicht abdecken. Genau dies macht das Spital STS: Der VR fordert Kanton und Gemeinden auf, sich je zu etwa einem Drittel an der Lücke zu beteiligen. Sie sollen zahlen, um im Obersimmental in grosser Nähe ein Akutspital und ein Gesundheitszentrum mitzutragen. Beim Kanton hat der Grosse Rat das letzte Wort. Zu erwarten ist eine Grundsatzdebatte, da erstmals ein solcher Antrag vorliegt. Die Gemeinden sind laut VR mit einer – namentlich nicht genannten – Ausnahme im Untersimmental bereit, die Anfrage den Gemeindeversammlungen vorzulegen. Fabian Schäfer>

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