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Spektakuläre Holzerei mit Helikopter

MeiringenDer Wald

Monotones Knattern eines Schwerlasthelikopters verleitet viele Fussgänger in Meiringen und Umgebung zu einem staunenden Blick nach oben. Grosse Bäume schweben unter dem Helikopter zum Abladeplatz. Das Gelände nördlich von Meiringen ist extrem steil und steinschlaggefährdet. In den 1970er-Jahren musste ein grösseres Felspaket vorsorglich gesprengt werden. Der Wald am Chilchberg bietet seit Jahrhunderten guten Schutz. Weil der Wald seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt wurde, hat der zuständige Förster Andreas Lötscher Handlungsbedarf festgestellt und einen Verjüngungsschlag veranlasst. Er koordiniert das Projekt mit den involvierten Amtsstellen und der Bäuert Meiringen als Eigentümerin und organisiert die Holzerei inklusive Transport und Verwertung. Eingespielte Spezialisten Aufgrund der Steilheit müssen die Bäume stehend abgesägt und ausgeflogen werden. Zu gross wäre die Gefahr von herunterstürzenden Baumstämmen und Steinen. Helikopterpilot, Flughelfer und Forstwarte der Firma Rotex in Giswil sind speziell ausgebildet. Vor dem Abschneiden und Ausfliegen der angezeichneten Bäume ist eine genaue Vorbereitung erforderlich. Die Forstwarte klettern in die hohen Bäume und befestigen Stahlseile, die bis zum Boden reichen und dort vom Flughelfer am Helikopter befestigt werden können. Grosse Bäume müssen oft in zwei Rotationen entfernt werden. Bei dieser äusserst gefährlichen Aktion steigt der Forstwart sechs bis acht Meter in die Höhe und sägt den Stamm mit der Kettensäge dann durch, wenn der Pilot das angehängte Stahlseil straff nach oben zieht. Absolute Präzision zwischen Pilot, Flughelfer und Forstwart ist Bedingung; und dies fünfzig bis hundert Mal pro Tag! An einigen Stellen ist der Berg so abschüssig, dass sich die Bodenmannschaften am Seil sichern müssen. Rund 300 Kubikmeter Holz Etwa ein Drittel der Bäume westlich des Mühlebaches im Chilchberg werden als Nutz- und Brennholz geschlagen und ausgeflogen. Weitere zehn Prozent, nochmals 110 Kubikmeter der alten oder geschädigten Bäume, werden als Querbäume liegen gelassen und bringen zusätzlichen Schutz. Mit diesen Massnahmen erhalten die jüngeren und gesunden Bäume mehr Platz und Licht. Zudem können Jungpflanzen wieder aufwachsen. «Ziel ist, mit einem verjüngten, starken Mischwald die Schutzfunktion zu verbessern», so Förster Lötscher. Holzerlös deckt Bruchteil Die ausgeflogenen Bäume werden hauptsächlich zu Brennholz und Holzschnitzel aufbereitet. Der Erlös deckt den budgetierten Aufwand von zirka 170000 Franken bei weitem nicht. Die Bäuert- und die Einwohnergemeinde Meiringen könnten die Kosten nicht alleine tragen. Darum werden über 95 Prozent von Bund und Kanton subventioniert. Der Helikopter, ein K-max mit einer Turbinenleistung von 1500 PS, kann bis zu 2700 Kilogramm Nutzlast anhängen. Er fliegt nur an drei bis vier Tagen jeweils einige Stunden und beschränkt aus Sicherheitsgründen die Anhängelast auf 1600 Kilogramm. Die Hauptarbeit von rund sechzig Manntagen für diesen Holzschlag entfallen auf die Vorbereitung und Rüstarbeit. Am Flugtag sind drei Zweierteams am Boden für das Anhängen und Sägen verantwortlich. Weitere vier Mann sind am Abladeplatz in der Nähe der Hohfluhstrasse mit starken Maschinen am Sortieren und Wegräumen. Beat Jordi>

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