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Skitourenfahrerin stirbt in Lawine

SaxetenGestern Nachmittag gegen 13.30 Uhr hat sich im Gebiet Sulegg im Saxettal ein Lawinenunglück ereignet. Die Lawine hat eine Skitourengängerin mitgerissen. Sie konnte von den Rettungskräften nur noch tot geborgen werden.

Bei einem Lawinenniedergang im Gebiet Sulegg oberhalb von Saxeten ist gestern Nachmittag eine Skitourengängerin ums Leben gekommen. Heinz Pfeuti, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern, bestätigte eine entsprechende Agenturmeldung. Laut Informationen der Polizei wollte die Frau gegen 13.30 Uhr zusammen mit einem Mann von der Sulegg nach Westen in Richtung Saxeten hinunterfahren. Schon nach wenigen Metern habe sich unter den beiden Skifahrern ein Schneebrett gelöst. «Dieses riss die Frau mehrere Hundert Meter mit», wie die Kantonspolizei und die regionale Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben. Nähere Angaben zu Herkunft und Alter der Verunfallten machte die Polizei nicht. Begleiter hat überlebt In der sofort ausgelösten Bergungsaktion mit vier Helikoptern der Air-Glaciers und der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) konnte die Frau von einem Lawinenhund rasch geortet, aber nur noch tot geborgen werden. Am Einsatz waren auch Angehörige der SAC-Rettungsstationen Lauterbrunnen und Interlaken beteiligt. Der Mann, der die verunglückte Skitourengängerin begleitet hatte, konnte im Bereich des Abrissgebiets mit einer Winde geborgen und anschliessend zu Tal geflogen werden. Die Region von Saxeten ist bei Skitourengängern und Schneeschuhläufern sehr beliebt. Gerade die Hänge entlang der zwei Kilometer breiten Sulegg horten zahlreiche attraktive und beliebte Tourenvarianten. Die bis zu 40 Grad steilen Hänge des Saxettals erfordern von diesen aber Vorsicht und einige Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr. Gemäss Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) herrschte gestern Donnerstag im Berner Oberland mässige Lawinengefahr. Wie es genau zum Unglück kommen konnte, ist zurzeit Gegenstand von polizeilichen Ermittlungen. Heikles Couloir In Saxeten, 1200 Höhenmeter unterhalb der Abrissstelle der Lawine, merkte zunächst niemand etwas vom Drama. Gegen 14 Uhr stellte Denise Gröbli, seit vielen Jahren Feriengast in Saxeten, plötzlich regen Helikopterverkehr fest: «Als dann auch die Rega mit Kurs Richtung Nessleren dahergeflogen kam, mussten wir schon davon ausgehen, dass da hinten etwas passiert ist.» Kurt Balmer, Pächter des Restaurants Skipintli, kennt die Unfallstelle gut: «Es gibt immer wieder viele Tourenfahrer, welche dieses heikle Couloir hinunterfahren. Aber eigentlich ist das die schlechteste aller Varianten an der Sulegg.» Balmer begründet dies mit dem trichterförmigen Hangverlauf, der im Bereich des Heitwangs zwischen zwei Felsbändern in die Tiefe führt: «Nördlich davon ist der Hang breiter und weniger gefährlich.» Bereits am Dienstag vor einer Woche ist bei einem Lawinenniedergang am Nordosthang des Mittagshorns bei Gsteig ein Variantenskifahrer ums Leben gekommen. Bei diesem Unglück sind drei im Saanenland wohnhafte Männer verschüttet worden, von denen sich zwei selber aus den weissen Massen befreien konnten. Die Lawinengefahr war an jenem Tag als erheblich eingestuft worden. Gabriel Berger, Bruno Petroni>

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