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Skifahrer stirbt in Schneebrett

GrindelwaldNur elf Tage nachdem im Saxettal eine Skitourenfahrerin durch ein Schneebrett in den Tod gerissen worden ist, starb gestern Morgen auch auf First-Oberjoch ein junger Variantenskifahrer. Er hat die Lawine selber ausgelöst.

Wieder ein Lawinentoter im Berner Oberland: Gestern Sonntagmorgen um 9 Uhr löste ein Variantenskifahrer im Gebiet First-Oberjoch Richtung Grossenegg abseits der markierten Skipisten ein Schneebrett aus. Der 27-Jährige wurde in der Folge selber von der Lawine mitgerissen. Augenzeugen konnten mitverfolgen, wie der Freerider in den weissen Massen verschwand. Eigene Route gewählt Die um 9.20 Uhr alarmierte «Rega 10» der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) und die Berner Oberländer Helikopter AG (Bohag) kamen zum Einsatz. Bei deren Eintreffen hatten Spezialisten der SAC-Rettungsstation Grindelwald den Skifahrer mithilfe von Lawinenverschütteten-Suchgeräten und vier Suchhunden bereits geortet und geborgen. Die Reanimationsmassnahmen waren eingeleitet. Doch nach seinem Eintreffen konnte der zuständige Rega-Arzt nur noch den Tod des Verunfallten feststellen. Laut Augenzeugen soll der junge Mann mit seiner Familie zum Skifahren am Oberjoch geweilt, sich dann aber für die Befahrung einer eigenen Route abseits der Skipisten entschlossen haben. Unter den schnellen Gebirgsrettern vor Ort war auch der Grindelwalder Bergführer Christian Brawand: «Im Auslauf wurde der Lawinenkegel an einen Gegenhang gedrückt, was den ohnehin schon kompakten Schnee betonhart machte.» Wohl aufgrund des äusserst kompakten Schnees überlebte der Skifahrer den Unfall nicht – obwohl die Retter das Opfer bereits kurze Zeit nach dem Lawinenniedergang finden und aus dem Schnee befreien konnten. Das Schneebrett ging in der Nähe des gleichzeitig stattfindenden Skitourenrennens Grindelwald Race im Skigebiet First-Oberjoch nieder. Es besteht jedoch kein Zusammenhang zwischen der Lawine und diesem Skialpinismus-Anlass. Bergführer und -retter Christian Brawand, der gleichzeitig auch als OK-Chef des Grindelwald Race amtet: «Aufgrund unseres Sicherheitsdispositivs haben wir bereits am Samstag eine Verkürzung der Wettkampfstrecke beschlossen und Lawinenabgänge künstlich ausgelöst. Als wir die Nachricht von der Lawine unweit unseres Wettkampfgeländes erfuhren, begaben sich sechs Bergführer von uns zum Unfallort.» Erhebliche Lawinengefahr Das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos beurteilt die Lawinengefahr als erheblich (Stufe 3 von 5). Die Gefahr von Nassschneelawinen wird gegen Mitte Woche weiter ansteigen. Bruno Petroni>

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