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Seit 100 Jahren schleift Studer auf Erfolgswelle

1912 erfand Fritz Studer aus der Not heraus eine Schleifmaschine: Es war die Geburtsstunde einer mittlerweile 100-jährigen Erfolgsgeschichte. Die Fritz Studer AG ist heute weltweit tätig, setzt technologisch immer wieder neue Massstäbe und bekennt sich zum Standort Steffisburg.

Ein Turboladerrädchen für einen Automotor, Werkzeuge, die für die Herstellung von Handys benötigt werden oder ein Triebwerk eines Flugzeugs – diese und etliche weitere Objekte, die in der Industrie eingesetzt werden, kommen irgendwann während des Fabrikationsprozesses mit einer Schleifmaschine der Firma Fritz Studer AG in Berührung. Das global tätige Unternehmen mit dem Hauptsitz an der Thunstrasse in Steffisburg feiert in diesen Tagen das 100-jährige Bestehen. Im Rahmen des Jubiläums hat Studer zudem gestern zum Motion Meeting 2012 mit der Jahrespressekonferenz geladen (vgl. Text unten). Grundidee blieb unverändert Angefangen hat die Erfolgsgeschichte mit einem Missstand: Fritz Studer gründete 1912 eine kleine mechanische Werkstatt in Steffisburg. Zur Bearbeitung von genauen Teilen fehlte ihm jedoch eine Schleifmaschine. Anstatt die Flinte ins Korn zu werfen, konstruierte der junge Mechaniker kurzerhand ein Eigenfabrikat. Es war der Auftakt zum Unternehmen, wie es heute noch existiert. «Das ursprüngliche Ziel von Fritz Studer, nämlich präzis, effizient und qualitativ hochwertig Teile zu schleifen, hat sich bis heute nicht verändert», sagt Michael Horn, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Der Schleifspindelstock und weitere Elemente, vor allem aber die Grundidee, seien auch in den neusten Studer-Maschinen nach wie vor vorhanden. 95 Prozent gehen in Export In den letzten 100 Jahren hat sich die Fritz Studer AG kontinuierlich weiterentwickelt. 1923 wurde die Einzelfirma in eine Familienaktiengesellschaft umgewandelt. 6 Jahre später trat Fritz’ Sohn Alfred Studer ins Unternehmen ein und baute eine weltweite Verkaufsorganisation auf. 1931 wurde die erste Schleifmaschine nach Russland, 1937 die erste nach China exportiert. Bis heute stieg der Exportanteil auf 95 Prozent. Die Fritz Studer AG hat jedoch nicht nur wirtschaftlich prosperiert, sondern auch technologisch: 1939 wurde die erste hydraulisch gesteuerte Rundschleifmaschine der Welt entwickelt. 1976 sicherte sich die Firma das Patent auf ein Maschinenbett aus Mineralguss, das seither die Basis aller Studer-Rundschleifmaschinen bildet. Lediglich ein Jahr später wurde die erste CNC-gesteuerte Maschine entworfen. Die jüngste Weltneuheit hat Studer 2011 vorgestellt: Die sogenannte S41, eine Schleifmaschine mit Linearantrieb. «Es ist unser permanentes Anliegen, innovativ zu sein und zu bleiben», fasst Horn zusammen und fügt an: «Die Kundenanforderungen bezüglich nachhaltiger Rohstoffnutzung und Energieeffizienz sind gestiegen. Mit unseren Produkten können wir nachweisen, dass uns dies ebenso wichtig ist.» Von 3 auf 800 Mitarbeiter Der Aufstieg der Fritz Studer AG zum Branchenleader für komplexe Schleifprozesse lässt sich auch an einigen Zahlen eindrücklich festmachen: In den vergangenen 100 Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter von 3 auf 800 angestiegen, und die Produktions- und Bürofläche wuchs von 500 auf 40000 Quadratmeter. Während in den Anfängen jährlich einige wenige Maschinen hergestellt wurden, sind es aktuell zwischen 600 und 700 pro Jahr. Innerhalb von 100 Jahren hat das Unternehmen, das seit 1994 zur Schleifring-Gruppe des deutschen Körber-Konzerns gehört, insgesamt rund 21000 Rundschleifmaschinen in die ganze Welt geliefert. Bekenntnis zu Steffisburg Das 100-Jahr-Jubiläum fällt in eine wirtschaftlich schwierige Zeit – auch für die Fritz Studer AG. «Das vergangene Jahr war reich an Herausforderungen. Als im Sommer die Euro-Franken-Parität Tatsache wurde, machte uns dies grosse Sorgen», erinnert sich Michael Horn, der die Firma seit dem 1.Februar 2011 gemeinsam mit drei Kollegen in der Geschäftsleitung führt. Die Situation habe sich zwar wieder etwas erholt, erst ein Eurokurs von 1.30 Franken würde Studer aber eine gewisse «planerische Sicherheit» gewähren. «Es ist ein Fakt, dass unsere Kunden im Euroraum wegen der Währungsproblematik innert 5 Jahren 20 bis 30 Prozent mehr für unsere Produkte bezahlen mussten», erklärt Horn. Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds habe die Fritz Studer AG – den Umständen entsprechend – ein gutes Jahr hinter sich, was nicht zuletzt am grossen Zuspruch für die neue S41 liege. «Das Ergebnis war zwar nicht optimal, aber beim Umsatz ist es deutlich besser gelaufen als geplant», sagt Horn. Konkrete Zahlen gibt das Unternehmen indes keine bekannt. Wohin die wirtschaftliche Reise für Studer geht, lässt sich nicht abschliessend sagen. Laut Horn werden jedoch die Wachstumsmärkte China und Indien wohl weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Das Unternehmen hat jedenfalls bereits ein Baugesuch für eine weitere Lagerhalle gestellt. Total sollen dieses Jahr bis zu 7 Millionen Franken investiert werden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung meint entsprechend: «Wir bekennen uns zum Standort Steffisburg. Hier liegt unsere Kernkompetenz und unser Know-how.»Gabriel Berger>

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