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Sein Bühnenjubiläum feiert Pippo Pollina mit Orchester

Kultur-CasinoLiedermacher Pippo Pollina gab am Samstag in Bern ein aussergewöhnliches Konzert mit

Wenn Popmusik auf Klassik trifft, ist die Begegnung oft nur oberflächlich. Denn immer wieder wird das Orchester zum eindimensionalen Emotionsverstärker heruntergestuft. Nicht so bei Pippo Pollina. Der sizilianische Liedermacher lässt sich auf seiner aktuellen Tournee wirklich auf eine Auseinandersetzung mit der Klassik ein. Das Ergebnis ist verblüffend und einnehmend – auch wenn die klassische Bearbeitung nicht bei allen Songs gleich gut funktioniert. Jubiläum Der 47-Jährige Wahlzürcher feiert dieses Jahr sein 30-Jahr-Bühnenjubiläum mit einer Biografie, einem Dokumentarfilm und einer Konzerttournee, die Pippo Pollina und das Sinfonieorchester Nota Bene am Samstagabend ins gut besuchte Berner Kultur-Casino führte. Gespielt wurde das Best-of-Programm «Fra due isole» mit Liedern, die von Massimiliano Matesic, dem musikalischen Leiter des Orchesters, bearbeitet wurden. Und Matesic schöpfte aus dem Vollen: Immer wieder nimmt der 90-köpfige Klangkörper an diesem Abend eine gestaltende Rolle ein. Etwa in «Chiaramonte Gulfi», einem leichten, tänzelnden Stück. Das temperamentvolle Orchester, das seit zwanzig Jahren besteht, trumpft auf mit wendigen Pizzicato-Einlagen, witzigen Bläsereskapaden und dem Tamburin, einem wichtigen Instrument der italienischen Volksmusik. Auch in «Canzone sesta» überzeugt die klassische Umsetzung: Die latente Wut des Widerstandslieds wird vom Orchester noch verstärkt, der «Bolero»-Rhythmus gewinnt an Dramatik. Weniger gut funktioniert die klassische Adaption hingegen bei Pollinas zarten, schlichten Liedern wie «Leo» oder dem Freundschaftslied «Due di due»: Hier wirkt der orchestrale Überbau zu dominant, die zarten Melodien werden von den satten Streicherwänden fast erdrückt. Charmant Und Pippo Pollina? Der zierliche Musiker harmoniert gut mit dem Orchester. Seine kraftvolle Stimme ist genauso wendig, als stünde er alleine auf der Bühne. Charmant führt er durchs Programm und verbreitet eine persönliche Atmosphäre – als sässe man nicht im prunkvollen Kultur-Casino, sondern in einem intimen Kleintheater, wo Pippo Pollina gross geworden ist. Maria Künzli;Konzerte:29.4. Theater Winterthur; 13.5. KKL Luzern; 21.5. Stadtcasino Basel. Dokufilm «Zwischen Inseln»: So, 27.3., Kellerkino Bern. >

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