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Weniger Telefonkabinen im Seeland

Immer mehr Telefonkabinen verschwinden. Solche, die der Gemeinde als wichtig erscheinen, lässt die Swisscom aber stehen – zumindest vorläufig.

Telefonkabinen riechen im Innern oft nicht gerade frisch und sind im Sommer oft stickig. Die wenigsten benutzen heute noch ein öffentliches Telefon. Und wenn, dann nur wenn das Handy zu Hause vergessen wurde oder keinen Akku mehr hat. Die Swisscom hebt deshalb immer mehr Telefonkabinen auf. In der Gemeinde Täuffelen-Gerolfingen stehen noch zwei. Diejenige in Gerolfingen wollte die Swisscom entfernen. Der Gemeinderat wehrte sich aber dagegen.

Meist unrentabel

Wie oft eine Kabine genutzt werden muss, damit sie rentabel ist, verrät die Swisscom nicht. «Die Nutzungshäufigkeit oder die Rentabilität alleine ist kein genügendes Kriterium, um die Aufhebung einer öffentlichen Sprechstelle zu rechtfertigen», sagt Swisscom-Mediensprecherin Annina Merk. Weitere Kriterien, wie beispielsweise Kosten durch Standortmiete, Unterhalt, Wartung und Reparaturkosten, seien genauso entscheidend für eine Weiterbetreibung. Klar ist aber, dass die Telefonkabine in Gerolfingen nicht rentiert. Im Schnitt wurde sie laut Merk in den letzten Jahren nur gerade zweimal wöchentlich genutzt.

2011 hat die Swisscom schweizweit rund 800 Publifone abgebaut. Bei den Publifonen ging die Anzahl der Gespräche innert Jahresfrist um 30 Prozent zurück, von 2004 bis 2008 sogar um 60 Prozent.

Nicht ohne Einverständnis

«Wir schliessen aber nur Publifone in der Grundversorgung, wenn die Gemeinden ihr Einverständnis geben», ergänzt Merk. Ansonsten würden sie weiterbetrieben. In der Region wurden in den letzten zwei Jahren in dreizehn Gemeinden Telefonkabinen aufgehoben. Diejenige in Gerolfingen soll aber bleiben. Obwohl sie lediglich zweimal pro Woche genutzt wird, hat der Gemeinderat den Antrag der Swisscom abgelehnt, die Kabine aufzuheben. Auch wenn sie nur selten benutzt werde, sei sie für Leute, die kein Handy hätten, ein wichtiges Kommunikationsmittel. Die Gemeinde bezahlt einzig 60 Franken pro Jahr für die Stromversorgung.

Zurzeit gibt es im Seeland noch 57 Telefonkabinen.

(Bieler Tagblatt)

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