Weber Benteli hinterlässt Schuldenberg von 45 Millionen

Brügg

Der Schuldenberg, den die Brügger Druckerei Weber Benteli hinterlässt, soll bis zu 45 Millionen Franken betragen.

Zuwenig Besucher mit Geld: Weber Benteli hinterlässt angeblich 45 Millionen Franken Schulden.

Zuwenig Besucher mit Geld: Weber Benteli hinterlässt angeblich 45 Millionen Franken Schulden.

(Bild: Keystone)

Warum wurde Druckereibesitzer Pascal Pluchard die Zwischenbilanz von Weber Benteli verweigert? Eine Frage, die zehn Monate nach dem Konkurs noch immer im Raum steht. Denn Pluchard war sich der schlimmen Lage der Brügger Druckerei durchaus bewusst. Dennoch war er gemäss Informanten bereit, die Grossdruckerei mit viel Geld zu sanieren.

Die Antwort liefert ein Informant gleich mit: Die Besitzer von Weber Benteli sollen bis zuletzt versucht haben, Land und Liegenschaften zu verkaufen, um an Geld zu kommen. Was ihnen im Fall der Brügger Druckerei nicht gelang, denn die Immobilien sollen faktisch der Kreditgeberin gehören, einer Grossbank, die auf offenen Zahlungen sitzen blieb. Die heruntergewirtschaftete einstige Vorzeigedruckerei hinterlässt gemäss Recherchen einen Schuldenberg in der Höhe zwischen 40 und 45 Millionen Franken.

Falsche Zahlen?

Auf eine Ungereimtheit bezüglich Bilanz macht ein Informant aufmerksam, der ebenfalls anonym bleiben will. Im Jahresbericht 2008, dem Jahr vor dem Konkurs, ist ein Verlust von 2,5 Millionen angegeben. In der Steuererklärung wird der Verlust mit 18,5 Millionen beziffert.

Der Untersuchungsrichter des kantonalen Untersuchungsrichteramtes für Wirtschaftsdelikte sprach im Frühling von mehreren Hunderttausend Franken, deren Weg sich gemäss Strafanzeige nicht zurückverfolgen lässt. Nach wie vor ist die Untersuchung nicht abgeschlossen. Auf die Frage, ob betrügerischer Konkurs vorliegen könnte, verwies der Untersuchungsrichter auf das laufende Verfahren. Möglicherweise wird das Schlussresultat der Untersuchung Ende dieses Jahres vorliegen. «Wenn der Konkurs nicht so viel Publizität erhalten hätte, hätten wir in diesem Stadium möglicherweise noch keine Untersuchung eröffnet», sagt der Untersuchungsrichter. Dem Konkursamt hält er zugute, dass der Konkurs einer Firma mit 260 Arbeitsplätzen nicht einfach durchzuführen ist. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Frage, ob tatsächlich Geld verschwunden ist.

Einen Schritt weitergekommen ist das Konkursamt Biel-Seeland-Berner Jura: «Das Inventar ist abgeschlossen», sagt Thomas Allemann, Vorsteher des Konkursamtes. Derzeit wird mit Interessenten aus dem In- und Ausland verhandelt, die Maschinen kaufen möchten. Durch die Liquidation dürfte einiges zusammenkommen. Ist das Inventar veräussert, werden Liegenschaften und Land verkauft.

Mittels des Erlöses werden Schulden von Weber Benteli bezahlt; prioritär behandelt werden die ausstehenden Löhne. Zwar wurde den Mitarbeitern ein Teil der ausstehenden Löhne durch die Arbeitslosenversicherung abgegolten.

Bieler Tagblatt

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