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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Bieler Ex-Spitaldirektor

Der ehemalige Direktor des Spitalzentrums Biel, Paul Knecht, muss sich wegen Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung vor Gericht verantworten: Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland hat Anklage beim Regionalgericht erhoben.

Die Vorwürfe gegen Paul Knecht betreffen «hauptsächlich 2007 und vereinzelt das Jahr 2000», so die Staatsanwaltschaft.
Die Vorwürfe gegen Paul Knecht betreffen «hauptsächlich 2007 und vereinzelt das Jahr 2000», so die Staatsanwaltschaft.
Bieler Tagblatt

Der Gesamtdeliktsbetrag soll sich auf rund 175'000 Franken belaufen, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Knecht bestreitet sämtliche Anklagepunkte.

Der Verwaltungsrat der Spitalzentrum Biel AG hatte Knecht im Februar 2009 gefeuert. Als Begründung wurden Unregelmässigkeiten bei Spesen und Abgeltungen angeführt. Zweieinhalb Jahre später hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren jetzt abgeschlossen.

Sie wirft Knecht unter anderem vor, er habe hauptsächlich 2007 und vereinzelt im Jahr 2000 das Spital über die tatsächlich geleistete Überzeit getäuscht. So habe er die Spitalzentrum Biel AG respektive den Gemeindeverband veranlasst, überhöhte Überzeitentschädigungen auszuzahlen oder zumindest Rückstellungen in der Bilanz zu bilden.

Zudem soll Knecht veranlasst haben, dass ihm in den Jahren 2003 bis 2008 ein Teil der Überzeit unrechtmässig mit einem Zuschlag von 25 Prozent ausbezahlt worden sei. Von 2000 bis November 2008 soll Knecht zudem persönliche Auslagen unrechtmässig als Spesen abgerechnet haben.

Ein Teil des Verfahrens wurde allerdings rechtskräftig eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft schreibt. Denn der Tatverdacht habe sich in einigen Fällen nicht erhärten lassen oder sei entkräftet worden.

Weiter habe man feststellen müssen, dass die Unterlagen über die Arbeitszeiterfassung einzelner Kalenderjahre nicht mehr – oder nicht mehr vollständig – vorhanden waren. Das habe entsprechende Ermittlungen zum Vorwurf der unrechtmässigen Überzeit-Abgeltung verunmöglicht.

Millionenklagen

Paul Knecht und die Spitalzentrum Biel AG tragen seit der Entlassung des Direktors einen erbitterten Rechtsstreit aus. Das Spitalzentrum verklagte ihn auf Schadenersatz. Knecht selber reichte ebenfalls eine millionenschwere Klage ein.

Der Fall zog in Biel und auch auf Kantonsebene weitere Kreise. So wurden nach Knechts Entlassung wachsende Spannungen im damaligen Verwaltungsrat des Bieler Spitalzentrums ruchbar. Ein externes Gutachten im Auftrag des Kantons bestätigte dies.

Die Berner Kantonsregierung veranlasste daraufhin per Ende 2010 personelle Änderungen im Verwaltungsrat. Verwaltungsratspräsidentin Irene Truffer sowie drei weitere Verwaltungsräte traten ab.

In die Kritik geriet aber auch der zuständige Regierungsrat, Philippe Perrenoud (SP). Der Gesundheitsdirektor übernehme zu wenig Verantwortung und verstecke sich hinter Paragrafen, kritisierten etwa bürgerliche Politiker im Grossen Rat. Perrenoud hatte stets betont, er mische sich nicht ins operative Geschäft der Spitäler.

SDA/met

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