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Psychologe zum Bootsdrama: «Nur psychisch Kranke bleiben unberührt»

Für den Todeslenker werde die Angelegenheit mit jedem Tag schlimmer. Das sagt Uwe Ewert, Verkehrspsychologe bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). «Er dürfte Mühe haben, morgens in den Spiegel zu schauen.»

Herr Ewert, wird sich der Unfallfahrer vom Bielersee der Polizei noch stellen? Uwe Ewert: Das ist schwierig zu beurteilen. Es erstaunt mich, dass sich der Mann immer noch nicht gemeldet hat. Die Aufklärungsquote bei schweren Delikten ist so hoch, dass er mit grosser Wahrscheinlichkeit sowieso entdeckt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Leute, die mit ihm auf dem Boot gewesen sein sollen, zurzeit am Abwägen der Konsequenzen sind: Verliere ich meinen Job? Mein Ansehen? Wie stehen die Chancen, dass wir nicht entdeckt werden? Doch klar ist ja, dass es an der tragischen Tatsache nichts mehr zu ändern gibt.

Wieso hat der Mann Fahrerflucht begangen? Flucht ist ein menschlicher Impuls. Aber die eigentlich kindliche Reaktion, in Panik davonzurennen und sich unter Mutters Rockzipfel zu retten, ist hier absolut nicht angebracht: Dieser Mann ist erwachsen und muss die Konsequenzen seines Verhaltens tragen. Grundsätzlich kann man sagen, dass bei leichteren Unfällen und unter Alkoholeinfluss eher Fahrerflucht begangen wird als nüchtern und bei schwereren Unfällen.

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