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Polizei im Fall Kneubühl: «Wir prüfen Hinweise»

Vom 67-jährigen Bieler Peter Hans Kneubühl fehlt weiterhin jede Spur. Auch in der Nacht auf Sonntag blieb es im Lindenquartier ruhig.

Grossaufgebot: Auch am Samstag war die Polizei im Lindenquartier präsent.
Grossaufgebot: Auch am Samstag war die Polizei im Lindenquartier präsent.
Keystone

Weder im Quartier selbst noch im angrenzenden Wald waren Polizisten auszumachen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur SDA vor Ort feststellte. Polizeisprecher Franklin Cooper sagte auf Anfrage, der flüchtige Rentner sei nicht ins Lindenquartier zurückgekehrt. Im Moment gebe es keine Neuigkeiten. «Wir sind jedoch daran, verschiedene Hinweise zu überprüfen», fügte Cooper an. Aus Sicherheitsgründen könne er jedoch keine Details bekanntgeben.

Akribische Vorbereitung auf Konflikt

Dank verschiedener Dokumente, welche die Polizei gesichtet hat, kann sie sich ein genaueres Bild der Persönlichkeit des Rentners machen. Offenbar handelt es sich um einen intelligenten Mann - von Beruf Mathematiker -, der in seinen Handlungen perfektionistisch vorgeht.

Dies schliesst die Polizei aus dem Tagebuch und weiteren Dokumenten des Rentners. Demnach hat der Flüchtige offenbar während Jahren Vorkehrungen für den bewaffneten Konflikt mit der Polizei getroffen. Er war sogar bereit zu sterben.

«Wir sehen ihn als einen Mann, der alles vorbereitet hat, um am 8. September eine letzte, finale Auseinandersetzung mit dem Staat und der Polizei als Vertreter des Staates zu führen und dabei zu sterben», sagte Matthias Herter, Leiter Verhandlungsgruppe der Kantonspolizei Bern, am Samstag vor den Medien in Biel.

Am Mittwoch, dem 8. September, war ein Besichtigungstermin für das Elternhaus des Rentners angesetzt, das zwangsversteigert werden sollte. Dagegen wehrte sich der Mann, indem er sich in seinem Haus verschanzte. Er ist den Behörden als Querulant bekannt. Der Regierungsstatthalter wollte ihn zur Begutachtung einem Psychiater überweisen.

Zweimal der Polizei entwischt

In der Nacht auf Donnerstag verliess der Rentner plötzlich sein Haus und schoss auf die dort stationierten Polizisten. Einer von ihnen wurde schwer am Kopf verletzt. Der bewaffnete Rentner konnte entkommen.

Am Donnerstag durchsuchten Polizisten das Haus des Täters. Befürchtungen, dass der Mann dort Sprengstoff versteckte, bewahrheiteten sich nicht.

In der Nacht auf Freitag tauchte der Rentner plötzlich wieder im Lindenquartier auf und schoss aus grösserer Distanz auf die Polizei. Diese erwiderte das Feuer. Verletzt wurde dabei niemand.

Die Polizei geht davon aus, dass sich die Wut des Mannes auf den Staat und dessen Vertreter richtet. Aus Sicherheitsgründen patrouillieren die Polizisten im Quartier als Zivile getarnt. Für den Bieler Regierungsstatthalter und weitere Behördenvertreter wurden die Sicherheitsmassnahmen verstärkt.

SDA/miw

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