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Pin-Aktion für französischsprachigen Unterricht lanciert

Ein Unternehmensberater und ein Lehrer aus der Region Biel wehren sich dagegen, dass französischsprachige Nidauer Schüler bald nicht mehr eine französischsprachige Bieler Schule besuchen dürfen.

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Die Nidauer Schüler sollen weiterhin die französischsprachige Schule besuchen dürfen. Dafür setzen sich ein Unternehmensberater und ein Lehrer ein.
Die Nidauer Schüler sollen weiterhin die französischsprachige Schule besuchen dürfen. Dafür setzen sich ein Unternehmensberater und ein Lehrer ein.
Keystone

Mit einer Pin-Verkaufsaktion wollen die beiden mithelfen, dies wieder zu ändern.

Der selbständige Unternehmensberater Roderich Hess aus Mörigen und sein Jugendfreund Thierry Stegmüller haben die Produktion von mehreren hundert Pins in Auftrag gegeben, auf denen zu lesen sein wird: «Touche pas à mes Welsch à Nidau» (Hände weg von den Welschen in Nidau) oder aber «Touche pas à mon bilinguisme» (Hände weg von meiner Zweisprachigkeit).

Das gaben die beiden am Dienstag an einer vom Bieler Forum für die Zweisprachigkeit organisierten Medienkonferenz in Nidau bekannt. Ziel sei es, mit den Ansteckknöpfen so viel Geld wie möglich aufzutreiben, sagte Hess, der früher Schweiz-Chef des Luxusgüterkonzerns Montblanc war. Hess ist deutschsprachig, Stegmüllers Muttersprache ist Französisch.

Nidau will Schulgeld einsparen

Die beiden gehen aber nicht davon aus, dass sie mit der Aktion die 150'000 Franken auftreiben können, welche die Stadt Nidau ab Herbst 2014 pro Jahr einsparen will.

Der Nidauer Stadtrat hatte nämlich auf Antrag des Gemeinderats am 21. November entschieden, angesichts knapper Finanzen französischsprachige Schüler künftig in Nidau selber und auf Deutsch zu unterrichten. Jahrelang zahlte Nidau den französischsprachigen Kindern das Schulgeld in Biel.

«Es ist eher eine symbolische Aktion zur Unterstützung des Referendums gegen den Stadtratsentscheid», sagte Hess. Er engagiere sich, weil die Zweispachigkeit der Region Biel eine der Stärken dieses Raums sei und es nicht um eine kommunale, sondern um eine regionale Frage gehe. Er selber habe enorm profitiert von der Zweisprachigkeit.

Das Bieler Forum für Zweisprachigkeit wird den Verkauf der Pins abwickeln und das Geld verwalten. Es sieht sich in dieser Angelegenheit als Moderatorin. Auch in Nidauer Geschäften soll der Pin erhältlich sein.

100 Unterschriften beisammen

Der Nidauer Stadtratsentscheid hat in der Region Biel weitere Wellen geworfen. Ganz konkret gegen den Entscheid gehen die Freisinnigen der Parti Radical Romand (PRR) von Nidau vor: Die Partei hat ein Referendum lanciert und will bis Ende Dezember die nötigen 200 Unterschriften sammeln.

Jean-Pierre Dutoit vom PRR sagte an der Medienkonferenz, derzeit lägen etwa 100 Unterschriften vor. Er sei optimistisch, dass das Referendum zustande komme. Ist das so, kann das Nidauer Stimmvolk über die Einschulung der französischsprachigen Nidauer Schüler befinden.

In Nidau sind etwa 20 Prozent der Einwohner französischsprachig, die Gemeinde ist aber offiziell deutschsprachig. Derzeit besuchen etwa 85 französischsprachige Nidauer Kinder Bieler Schulen.

Auch die Elternräte der Bieler Schulen haben den Nidauer Stadtratsentscheid laut André Burri schockiert zur Kenntnis genommen. Burri ist Präsident des Gesamtelternrats der Stadt Biel und trat an der Medienkonferenz ebenfalls auf. Eine gute Bildung koste halt etwas, ist laut Burri die Meinung der Bieler Eltern.

Verwaltungskreis Biel neu zeichnen

Für den Rat für französischsprachige Angelegenheiten des zweisprachigen Verwaltungskreises Biel (CAF) wiederum zeigt der Nidauer Entscheid, dass es Zeit ist, diesen Verwaltungskreis neu zu zeichnen.

Schon im Juli habe der CAF im Zusammenhang mit der Neudefinierung des Sonderstatuts für den Berner Jura der Kantonsverwaltung eine entsprechende Eingabe gemacht, sagte Generalsekretär David Gaffino am Rand der Nidauer Medienkonferenz.

Die Eingabe gehe auch darauf zurück, dass sich immer mehr Leute aus der ganzen Agglomeration Biel an den CAF wendeten, sagt CAF-Präsident Philippe Garbani. Die Nidauer Schulfrage zeige, dass das Gebiet des Verwaltungskreises angepasst werden sollte.

Beide weisen darauf hin, dass der Sitz des zweisprachigen Verwaltungskreises nicht Biel ist, sondern das Schloss Nidau.

(SDA)

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