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Nach Bootsdrama: Promillegrenze soll auch für Bootsfahrer gelten

Auf Schweizer Seen und Flüssen sollen ab dem nächsten Jahr die gleichen Alkoholgrenzwerte gelten wie im Strassenverkehr. Diese Forderung wurde nach dem Unfall auf dem Bielersee im Sommer 2010 laut.

Am Montag startete der Prozess gegen den 77-jährigen Bootsführer, der im Juli 2010 eine Frau zu Tode gefahren haben soll.
Am Montag startete der Prozess gegen den 77-jährigen Bootsführer, der im Juli 2010 eine Frau zu Tode gefahren haben soll.
Keystone
Der Prozess findet vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland in Biel statt.
Der Prozess findet vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland in Biel statt.
Keystone
Der Prozess startete mit Geplänkel: Der Angeklagte verweigerte die Aussage.
Der Prozess startete mit Geplänkel: Der Angeklagte verweigerte die Aussage.
Keystone
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Das Bundesamt für Verkehr (BAV) gibt eine Verordnungsänderung in die Anhörung. Ab 0,5 Promille ist das Fahren verboten. Zu viel Alkohol am Ruder ist schon heute nicht erlaubt. Allerdings legt das Gesetz keinen Wert fest, sondern verbietet das Führen eines Sport- oder Freizeitschiffes bei Fahrunfähigkeit wegen Alkoholkonsums.

Künftig soll konkret vorgeben werden, dass das Führen ab einem Promillewert von 0,5 nicht mehr erlaubt ist. Ab 0,8 Promille ist der Führerausweis wie im Strassenverkehr automatisch weg. Die Grenzwerte gelten auch für Personen, die sich an der Führung beteiligen oder sonst an Bord eine Aufgabe erfüllen.

Die Änderungen der Binnenschifffahrtsverordnung schickt das BAV bis zum 28. Juni 2013 in eine Anhörung. In Kraft treten soll die Änderung auf den 1. Januar 2014. Für die Besatzung von Passagier- und Güterschiffen gilt schon heute ein Grenzwert von 0,1 Promille.

Reaktion auf Unfall auf dem Bielersee

Der genau festgelegte Grenzwert für Freizeitschiffe in Anlehnung an den Strassenverkehr solle der Polizei die Arbeit erleichtern, hält das BAV fest. Da Schiffführer häufig mit dem Auto anreisen, kann die Polizei bei Kontrollen von Autofahrern anknüpfen.

Die Grundlage für die Verordnungsänderung schuf das Parlament. Es änderte das Binnenschifffahrtsgesetz, um dem Bund die Möglichkeit zu geben, einen Grenzwert festzulegen. Die Forderung danach wurde nach einem Unfall auf dem Bielersee im Sommer 2010 laut, als eine junge Frau von einem Motorboot überfahren und getötet worden war.

Kite-Surf-Verbot fällt ab 2015

In der Verordnung will der Bund auch den Weg frei machen für das Kite-Surfen auf Schweizer Gewässern. Das heute geltende grundsätzliche Verbot soll aufgehoben werden, wie es das Parlament gefordert hat. Surfen mit Drachensegeln (Kites) soll damit dem Wasserskifahren und Windsurfen gleichgestellt werden.

Die Änderung will das BAV erst Anfang 2015 in Kraft setzen, damit den Kantonen genügend Zeit bleibt, um ihre Vorschriften anzupassen. Zwar können Kite-Surfer ihrem Hobby künftig unter Beachtung der Verkehrsregeln auf Schweizer Gewässern nachgehen. Einschränkungen sind zwar weiterhin möglich, müssen aber von den Kantonen eigens erlassen werden.

(SDA)

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