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«Mir machts sogar Spass»

Bei einer Probefahrt auf der kritisierten Buslinie 74 zwischen Biel und Lyss zeigt sich: Nicht alle sehnen sich nach den früheren Zeiten zurück. Und die Verantwortlichen versichern, dass sie den Betrieb optimieren wollen.

Freitagmorgen, Haltestelle «Worben Post». Es ist zwanzig vor acht, und hier wird gleich das Postauto Richtung Lyss eintreffen. Zumindest, wenn es pünktlich ist. Einige Leute stehen mit Rücksäcken und Taschen beladen bereit.

Kritische Stimmen zum neuen Busbetrieb sind kaum zu vernehmen. Anfänglich sei die Umstellung zwar mühsam gewesen, da das Postauto oft zu spät gekommen sei, sagt Chantal Spring. Doch das habe sich gebessert. Beatrice Spring findet gar, dass sich der Wechsel positiv ausgewirkt habe: «Die Anschlüsse an die Züge sind besser geworden, und die Chauffeure sind sehr zuvorkommend.» Ob dieser Aussage schüttelt ein Mann den Kopf. Öffentlich äussern mag er sich jedoch nicht. Er habe einen Reklamationsbrief geschrieben, das müsse reichen.

«Leute sind tolerant»

Auf die Minute genau biegt nun das Postauto zur Haltestelle ein. Drinnen ist es gemütlich warm, und es gibt noch freie Plätze. Zehn Minuten soll die Fahrt dauern. Ob wohl die Einzelfahrkarte, die jemand im Bus löst, zu einer Verspätung führen wird? Die Umsteigezeit vom Bus auf den Zug nach Bern ist mit drei Minuten äusserst knapp.

Mit auf der Fahrt dabei ist auch Johannes Meyer. Der gebürtige Deutsche hat schon zwei bis drei Mal den Zug verpasst, wie er sagt. Doch klagen mag er nicht: «Ich bin zufrieden mit den Dienstleistungen von Postauto.» Der Chauffeur biegt nun auf die Zielgerade vor dem Bahnhof Lyss ein. Mit einem rasanten Tempo hat er die Zeit, die bei der Herausgabe des Billettes verlorengegangen ist, wieder wettgemacht. Es ist 7.57 Uhr, genau wie im Fahrplan vorgesehen.

Auf dem Rückweg Richtung Biel gibt Chauffeur René Baumgartner Auskunft. Es gäbe ab und zu Ärger wegen der Fahrzeit oder der neuen Tarife, das sei so. Doch die allermeisten Leute seien tolerant, und das sei super. «Die Kunden nehmen es, wie es ist. Und wir geben das Beste», konstatiert er.

«Mir macht es Spass, auf dieser Linie zu fahren», sagt Baumgartner. Hier könne er dank der Billettabgabe noch den direkten Kundenkontakt pflegen. Veränderungen würden halt oft auf Widerstand stossen, und das sei vielleicht auch hier der Fall. Und wenn jemand schon mit einer negativen Einstellung einsteige, brauche es nur wenig, damit er seine Befürchtungen bestätigt sehe.

Chauffeure sind freundlich

Die Gemeindebehörden von Aegerten, Brügg, Studen und Worben mochten indes nicht warten, bis sich die Situation von alleine regelt. Beschwerden von Einwohnern haben sie dazu bewogen, das Gespräch mit den Verantwortlichen bei Postauto und dem Kanton zu suchen und Verbesserungsmassnahmen zu diskutieren (wir berichteten).

Am runden Tisch haben die Gemeindevertreter das Angebot gemacht, Mehrfahrtenkarten künftig auch in den Gemeindeverwaltungen zu verkaufen. So wollen sie zu einer Entschärfung beitragen. Explizit gelobt wurden die Buschauffeure für ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.

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