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Kanton hat Buslinien kaum koordiniert

Seit Postauto und Aare-Seeland-mobil drei Buslinien im Raum Biel übernommen haben, häufen sich die Probleme: Verspätungen, Tarifdifferenzen und wütende Fahrgäste. Nun hat der Kanton Massnahmen eingeleitet.

Auf der Linie Biel-Studen-Lyss fährt neu das Postauto. Auf Facebook beklagen sich 342 Mitglieder über Verspätungen auf dieser Route.
Auf der Linie Biel-Studen-Lyss fährt neu das Postauto. Auf Facebook beklagen sich 342 Mitglieder über Verspätungen auf dieser Route.
Iris Andermatt

Wer mit dem Bus im Raum Biel unterwegs ist, mag sich in den letzten Wochen grün und blau geärgert haben: Nichts ist mehr wie vorher. Neue Tarife, neue Abfahrtszeiten – neue Betreiber. Auf drei regionalen Buslinien ist seit dem Fahrplanwechsel das grosse Chaos ausgebrochen. Nun wolle man die Probleme angehen, schrieb der Kanton gestern in einer Pressemitteilung.

Zwei Tickets lösen

Seit Dezember werden die Buslinien Meinisberg–Biel und Pieterlen–Biel von der Aare Seeland mobil (asm) betrieben. Auf der Linie Biel–Studen–Lyss fahren nun Postautos.

Da der Kanton beim Wechsel weder die Tarife noch die Fahrpläne ausreichend koordiniert hat, müssen die Kunden mehr zahlen und länger warten. Wer zum Beispiel von Biel nach Meinisberg fährt, muss momentan zwei Tickets lösen, da das vorgängige Tarifsystem nicht beibehalten werden konnte. Zwar sind die Abonnementspreise im Tarifverbund Abo ZigZag einheitlich, doch Einzelbillette und Mehrfahrtenkarten sind je nach Unternehmen unterschiedlich teuer und gelten nicht auf allen Linien.

Die Buslinie Biel–Lyss erfordert zudem auf beiden Seiten einen koordinierten Bahnanschluss. Doch der neue Fahrplan ist eng, die Leute verpassen oft ihren Zug. Auch sind die Busfahrzeiten länger geworden: Die Chauffeure müssen den Leuten das neue Preissystem erklären, der Ticketkauf ist erschwert. Wolf-Dieter Deuschle, Vorsteher des Amts für öffentlichen Verkehr, erklärt die Problematik mit dem hängigen Beschwerdeverfahren: Die ehemaligen Betreiber der drei Linien, die Bieler Verkehrsbetriebe (VB) und der Busbetrieb Grenchen und Umgebung AG (BGU), haben gegen den Vergabeentscheid des Kantons Beschwerde eingereicht. Protest auf Facebook

Da das Bundesverwaltungsgericht als zweite Instanz dem Verfahren die aufschiebende Wirkung entzogen hatte, sei es kurzfristig zum Betreiberwechsel gekommen, sagt Deuschle. «Wir hatten ein knappes Vierteljahr Zeit zum Koordinieren.» Erst wenn das Gericht eine rechtmässige Übernahme bestätigt, wird der Kanton die Defekte vollständig beheben. «Wir erwarten das Urteil jeden Tag.» Vorübergehend sollen nun zusätzliche Busse für mehr Pünktlichkeit sorgen. Bis aber die Tarife vereinheitlicht werden können, wird es länger dauern. Dieser Fehler geht aufs Konto des Kantons: «Da hätten wir sicher vorausschauender sein können», gesteht Deuschle ein. Im Netz ist das Thema zum Politikum avanciert: 342 Mitglieder zählt eine Facebook-Gruppe für den VB-Bus auf der Linie Biel–Lyss. «Wir wollen den alten 74er zurück!» nennt sich der Clan und lässt dort seinem Ärger freien Lauf.

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