Ausflugtipp: In Tavannes liegen Minen

Tavannes

Seit 2011 gibt es in Tavannes ein Minenentschärfung-Museum. Ziel ist es, dem Besucher einen Eindruck davon zu verschaffen, wie es ist, in einem Minengebiet zu leben.

Im alten Zeughaus von tavannes kann man an einer Minenräumung teilnehmen und versuchen, einen Sprengsatz von Hand zu entfernen. (Symbolbild)

Im alten Zeughaus von tavannes kann man an einer Minenräumung teilnehmen und versuchen, einen Sprengsatz von Hand zu entfernen. (Symbolbild)

(Bild: Fotolia)

Dominik Galliker@DominikGalliker

Wer will, der kann in Tavannes über ein Minenfeld laufen. Schritt für Schritt über den Kies, vorbei an Trümmerteilen von Autos und Sandsäcken. Die Aufgabe: Lebensmittel in ein entlegenes Dorf bringen.

Seit 2011 gibt es in Tavannes ein Minenentschärfung-Museum. Ziel ist es, dem Besucher einen Eindruck davon zu verschaffen, wie es ist, in einem Minengebiet zu leben. Im alten Zeughaus des Dorfes kann man an einer Minenräumung teilnehmen und versuchen, einen Sprengsatz von Hand zu entfernen – alles ohne sich in Gefahr zu begeben, versteht sich.

Hinter dem Museum stehen zwei Pioniere: Frédéric und Beatrice Guerne. Sie führen im Berner Jura ein Unternehmen, das eine Art gepanzerte Rasenmäher herstellt. Die tonnenschweren Maschinen schneiden auf Feldern im Sudan, in Tschad oder Mali Gras und Sträucher ab, um den Minenentschärfern die Arbeit zu erleichtern. Meist sind es Gönner, die die Maschinen finanzieren.

Der Glaube als Antrieb

«Mein Mann interessiert sich seit seiner Kindheit für die Technologie von Kriegsgeräten», sagt Beatrice Guerne, die Geschäftsführerin des Museums. Konkret: für alles, was explodiert. An der ETH Lausanne konnte der Ingenieur in den 90er-Jahren an einem Minenroboter mitarbeiten. Anschliessend begann er, in der Freizeit den ersten Panzermäher zu bauen.

Antrieb war sein Glaube, wie Beatrice Guerne sagt: «Er hatte ein Feld gesucht, in dem er sich für andere einsetzen konnte.» Ein Automechaniker half beim Bau mit und auch einige Bauern, die sich mit dem Schweissen auskannten. Nach 4 Jahren war der erste «Digger» fertig. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen rund 20 Mitarbeitende, 10 Maschinen sind in Afrika und Europa im Einsatz.

«Vor Jahren erhielten wir eine Maschine zurück», sagt Beatrice Guerne. «Sie hatte etwas Staub angesetzt, funktionierte aber noch.» Daraus sei die Idee entstanden, eine Ausstellung zu machen.

Die Ausstellung: Anmeldung unter 032 4811102 oder expo@digger.ch. Das Angebot richtet sich an Gruppen und kostet Grössenordnung 80 Franken. Detaillierte Infos unter www.expo.digger.ch

Der Gründer: Wie Frédéric Guerne sein Unternehmen aufbaute lesen Sie hier.

Berner Zeitung

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