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Hochschwangere steckt mit Wehen im Stau fest

Auf dem Weg in den Geburtssaal kam eine Hochschwangere nach dem 1.-August-Feuerwerk in Biel im Stau nicht weiter. Ein Sanitäter half ihr.

Kein Durchkommen in den Strassen Biels: Auf dem Weg in den Geburtssaal steckte eine Hochschwangere nach dem 1.-August-Feuerwerk in Biel im Stau fest.
Kein Durchkommen in den Strassen Biels: Auf dem Weg in den Geburtssaal steckte eine Hochschwangere nach dem 1.-August-Feuerwerk in Biel im Stau fest.
Jon Mettler

Auf den Strassen Biels war nach dem Feuerwerk am 31. Juli praktisch kein Durchkommen mehr. Das galt für Fussgänger gleichermassen wie für den Verkehr. Beinahe zum Verhängnis wurde dies einer hochschwangeren Frau: Während des 1.-August-Feuerwerks setzten bei Mylène Martial starke Wehen ein.

Kurz nach 23 Uhr wollte sie mit ihrem Mann ins Spitalzentrum Biel fahren. Doch weil nach Ende des Feuerwerks alle Besucher auf einmal die Rückreise antraten, war auf den Strassen kein Vorwärtskommen mehr. Als das Paar endlich beim Seefeldkreisel ankam, fuhr der Mann direkt auf den Kreisel und rief einen Polizisten um Hilfe: «Meine Frau ist am Gebären», habe er gesagt.

Der Retter in der Not

Schliesslich war es nicht die Polizei, sondern ein glücklicher Zufall, der das Paar aus der Notsituation rettete: Beim Kreisel war wegen des Feuerwerks auch ein Ambulanzfahrzeug parkiert. Rettungssanitäter Michel Müller erzählt: «Nach einer kurzen Befragung entschied ich mich, die Frau nicht umzuladen.» Denn: «Für ein grosses Manöver mit dem Ambulanzfahrzeug hätte es gar keinen Platz gehabt.»

So entschied sich der Sanitäter, möglichst keine Zeit zu verlieren und setzte sich kurzerhand selber ans Steuer im Auto des Paares. «Auch um die medizinische Grundversorgung sicherzustellen», so Müller.

Um Platz zu schaffen, fuhr die Ambulanz dem PW voraus. Von da an ging es schnell: «Nach knapp vier Minuten waren wir im Spitalzentrum», berichtet der Sanitäter. Viel mehr Zeit wäre ihnen auch nicht geblieben: Kaum im Spital angekommen, platzte die Fruchtblase der Schwangeren.

Das Spitalzentrum Biel bestätigt , dass schliesslich alles gut gegangen sei. Das Baby erblickte am 1.August im Geburtssaal des Spitalzentrums das Licht der Welt.

Johan ist gesund

Die Mutter, Mylène Martial aus Tavannes, ist glücklich: «Alles ist gut gegangen bei der Geburt – der kleine Johan ist wohlauf und gesund.» Er kam allerdings erst am Morgen um 8.47 Uhr auf die Welt. «Ich bin natürlich froh, dass ich nicht im Auto gebären musste – nicht zuletzt wegen des Babys, das im Spital besser aufgehoben war», so die Mutter.

Etwa dreiviertel Stunden hätten sie und ihr Mann im Stau gestanden, erinnert sich Martial. René Geiser, vom Polizeiinspektorat Biel, bestätigt auf Anfrage, in 30 Jahren nie ein solches Verkehrsaufkommen in Biel erlebt zu haben. Bereits drei Stunden vor dem Feuerwerk seien alle Parkings in der Innenstadt besetzt gewesen. Er selber habe bis um halb 2 Uhr morgens beim Seefeldkreisel den Verkehr geregelt. «Das ist viel länger als bei anderen Anlässen», so Geiser.

Kind im Bus geboren

Der Fall der Mutter, die, in den Wehen liegend, das Spital nicht ungehindert erreichen kann, erinnert an einen Fall vom letzten Oktober in Biel. Damals kam der Junge Sofenyas auf dem Weg ins Spitalzentrum noch im Linienbus auf die Welt. Der Chauffeur, der den Bus fuhr, Georges Trachsler, erinnert sich: «Ich war natürlich recht aus dem «Hüsli» – heute blicke ich aber positiv auf das Ereignis zurück.»

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