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Bieler Schulprojekt «Filière Bilingue» wird weitergeführt

In Biel drücken deutsch- und französischsprachige Kinder gemeinsam die Schulbank. Nun will die Stadt das Projekt mit zweisprachigen Schulklassen weiterführen. Die ersten Erfahrungen waren gut und die Nachfrage ist ungebrochen hoch.

In Biel gehen deutsch- und französischsprachige Kinder auch in Zukunft in die gleichen Klassen. Die Stadt verlängert das Projekt «FIBI» bis 2018.
In Biel gehen deutsch- und französischsprachige Kinder auch in Zukunft in die gleichen Klassen. Die Stadt verlängert das Projekt «FIBI» bis 2018.
Keystone

In Biel drücken deutsch- und französischsprachige Kinder gemeinsam die Schulbank. Dieses in der Schweizer Bildungslandschaft einzigartige Projekt wird nun bis 2018 verlängert. Denn: erste Erfahrungen sind gut und die Nachfrage ungebrochen hoch.

Das Projekt «Filière Bilingue», von den Bielern kurz «FIBI» genannt, will leben, was auf den Bieler Strassen Alltag ist: die Zweisprachigkeit.

In sprachlich gemischten Kindergarten- und Schulklassen sollen die Kinder von Anfang an einen ungezwungenen Zugang zu beiden Sprachen und Kulturen erhalten - im Unterricht ebenso wie im Umgang mit ihren anders parlierenden Kameraden. Deutsch und welsch munter durcheinander: ça va très bien.

Nachfrage weit höher als das Angebot

Die Klassen bestehen aus ungefähr je einem Drittel deutsch-, französisch- und fremdsprachigen Kindern. Unterrichtet werden die Kinder von einem ebenfalls gemischten, deutsch- und französischsprachig Lehrerkollegium.

Das Projekt läuft seit 2010 und umfasst aktuell acht Klassen mit rund 160 Schulkindern. Nun soll es auf die 3. bis 6. Primarklassen (nach Harmos 5. bis 8. Klasse) ausgedehnt werden, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Bei den Familien ist «FIBI» beliebt: die Nachfrage nach Plätzen ist noch immer drei bis viermal höher als das Angebot.

Mit den bisherigen Ergebnissen des Pilot-Versuchs sind die Behörden zufrieden. Die Leistungen der «FIBI«-Kinder seien vergleichbar mit jenen ihrer Kameraden an deutschen respektive französischen Schulen. Bei den «FIBI«-Kindern setze in der Regel eine rasche Entwicklung in der anderen Sprache ein.

Mittelstands-Traum und Ghettoklassen

Trotzdem: ganz unumstritten war die «Filière Bilingue» nicht. Die Bieler Schulen haben einen hohen Anteil an fremdsprachigen Kindern, die nicht selten ihre eigene Muttersprache kaum richtig beherrschen, geschweige denn Deutsch oder Französisch.

«FIBI» habe etwas Elitäres und sei vor allem etwas für bildungsnahe Mittelstandsfamilien, befürchteten Kritiker am Anfang. Zurück blieben dann die «Ghettoklassen» mit fremdsprachigen Kindern.

Schulklassen für Privilegierte wolle die Stadt Biel natürlich nicht, betonte der Bieler Bildungsdirektor Cédric Némitz (SP) am Donnerstag vor den Medien. Auch der kantonale Bildungsdirektor, Bernhard Pulver (Grüne) legte Wert auf Chancengleichheit und auf die Integration fremdsprachiger Kinder.

Auch in Aussenquartieren?

Die Stadt denkt deshalb darüber nach, das Angebot nicht nur im Plänke-Schulhaus in der Innenstadt anzubieten, sondern auf Bieler Aussenquartiere mit hohem Ausländeranteil auszudehnen. Ihr Ziel ist es, den Anteil an fremdsprachigen Kindern in der «Filière Bilingue» künftig zu steigern.

Von Seiten der reformgeplagten Lehrerschaft wurden zu Beginn des Versuchs ebenfalls Bedenken laut, dass «FIBI» nochmals eine Mehrbelastung mit sich bringe.

Doch die Wogen haben sich laut Némitz inzwischen geglättet. «Wir haben keine Probleme, Lehrpersonen für das Projekt zu rekrutieren», betonte der Bieler Bildungsdirektor.

In der grössten zweisprachigen Stadt der Schweiz gab es bisher bereits ein zweisprachiges Angebot, allerdings auf gymnasialer Ebene.

(SDA)

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