Bieler kämpfen für zweisprachige Schilder

Biel

«Biel/Bienne - Ost/Est» statt nur «Biel-Ost», und «Ausfahrt/Sortie»: Die Autobahnumfahrung in Biel soll konsequent in Deutsch und Französisch ausgeschildert sein.

<b>Die Stadt Biel</b> fordert vom Bund eine zweisprachige Beschilderung.

Die Stadt Biel fordert vom Bund eine zweisprachige Beschilderung.

(Bild: Deborah Balmer)

«Wir lassen nicht locker», sagte Gemeinderätin Barbara Schwickert (Grüne) anlässlich der gestrigen Medieninformation auf dem Bieler Zentralplatz. Im Herzen des zweisprachigen Biel-Bienne ging es am Donnerstag um die Autobahn im Osten der Stadt. In der grössten bilinguen Stadt der Schweiz soll die Zweisprachigkeit auch auf den Autobahnschildern respektiert werden.

Doch fast eineinhalb Jahre nach der Eröffnung sind die Signale nur auf Deutsch beschriftet. Dagegen wehre man sich, bis es sich ändere. Die Rede ist von 30 Schildern. Kostenpunkt: etwa 50000 Franken.

Breitere Basis

Vor gut einem Jahr haben Vertreter der Stadt die damalige Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Doris Leuthard (CVP) getroffen, um für das Bieler Anliegen zu weibeln. Statt danach auf ein nächstes Gespräch zu warten, wurde die Stadt Biel aktiv.

Mit dem Forum für Zweisprachigkeit und dem Rat für französischsprachige Angelegenheiten des Verwaltungskreises Biel/Bienne wurden Abklärungen mit den Sicherheitsorganisationen vorgenommen. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat die Stadt Biel Doris Leuthard letzten September einen Brief geschrieben. Darin wurden ihr konkrete Beschriftungsvorschläge unterbreitet.

«Biel-Süd» sollte zu «Biel/Bienne – Süd/Sud» werden, «Bözingenfeld» zu «Biel/Bienne – Industrie» – weil da der Name in beiden Sprachen zu lang wäre. Doch auf das Schreiben an Leuthard ging im Oktober 2018 eine negative respektive hinhaltende Antwort hervor. «Wir wurden einfach ignoriert. Deshalb verbreitern wir nun die Basis und erhöhen den Druck auf das Bundesamt für Strassen», sagte Barbara Schwickert.

Zu den Politikern aus der Region, die die Forderung nach einer umgehenden zweisprachigen Beschilderung unterstützen, gehören auch die Bieler Grossrätin Samantha Dunning (PSR) und der Bieler Grossrat Pierre-Yves Grivel (PRR). Sie werden in der Märzsession im Grossen Rat eine Motion zum Thema einreichen, wie sie am Donnerstag auf dem Zentralplatz sagten.

Mit dem Ziel, dass sich der Regierungsrat des Kantons Bern für die zweisprachige Beschilderung in Biel starkmacht. Schliesslich betone der Kanton immer wieder, wie wichtig der Bilinguismus sei. «Nun kann er zeigen, wie er dazu steht», sagte Grivel.

Noch deutlichere Worte wählte Gemeinderat Cédric Némitz (PSR), der als Vizepräsident des Forums für Zweisprachigkeit auftrat: «Zweisprachigkeit ist kein Luxus und auch keine Koketterie», sagte er. «Sie ist einfach normal, aber sie ist eben auch ein Kampf für uns alle.»

Némitz, der im Bieler Quartier Mett wohnt, schilderte, wie es ihm geht, wenn er bei der Ausfahrt Orpund nur «Biel-Mett» statt «Biel-Bienne/Mett-Mâche» liest. «Wenn ich das sehe, fühle ich mich als Romand verleugnet.»

Eine Sprache einfach wegzulassen, sei eine Form der Verachtung und im Grunde gar nicht diskutierbar. In der Bildung, in der Kultur, überall werde die Zweisprachigkeit verteidigt, dies gelte auch für die Autobahn, sagte Némitz weiter.

Zahlreiche Unterstützer

Vor Ort war am Donnerstag auch Manfred Bühler, der darauf wartet, dass seine Motion «Zweisprachige Signalisation» im Nationalrat behandelt wird. Würde sie angenommen, würde der Bundesrat den Auftrag erhalten, die Schilder anzupassen. Bis dahin wird in der Region weitergekämpft.

Bieler Tagblatt

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