Biel: Erhöhte Radium-Werte in ehemaliger Kinderkrippe

Biel

Radium-Messungen in ehemaligen Bieler Uhrenateliers haben ergeben, dass ein Gebäude erhöhte Werte aufweist, in dem sich früher eine Kinderkrippe befand.

Trotz erhöhter Radium-Werte: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass kein Kind einer zu hohen Strahlung ausgesetzt war. (Symbolbild).

Trotz erhöhter Radium-Werte: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass kein Kind einer zu hohen Strahlung ausgesetzt war. (Symbolbild).

(Bild: Adriana Bella)

In ehemaligen Uhrenateliers in Biel wurden Radium-Messungen durchgeführt. Diese haben ergeben, dass ein Gebäude erhöhte Werte aufweist, in dem sich früher eine Kinderkrippe befand. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht allerdings davon aus, dass kein Kind einer zu hohen Strahlung ausgesetzt war.

Schon Mitte Februar hatte das BAG bekanntgegeben, nach dem Fund von radioaktiver Leuchtfarbe in ehemaligen Uhren-Ateliers seien 28 einstige Werkstätten auf Radium untersucht worden. In sieben Gebäuden hätten die Spezialisten Reste gefunden. Diese Gebäude würden nun näher untersucht.

Diese Nachmessungen haben bisher in einem der sieben Gebäude erhöhte Werte ergeben, wie das BAG am Mittwoch mitteilte. Es geht um eine Wohnung, die heute gewerblich genutzt wird und in der zwischen 2007 und 2011 eine Kinderkrippe eingerichtet war. Laut dem BAG wurde aber der am stärksten belastete Raum nicht als Aufenthaltsraum für die Kinder genutzt.

«Geringe Gefährdung»

Selbst falls sich ein Kind während des ganzen Jahres fünf Tage pro Woche und acht Stunden pro Tag an diesem stärksten belasteten Ort in der Krippe aufgehalten hätte, schreibt das BAG, wäre es einer jährlichen Strahlenbelastung von etwa 4 Millisievert (mSv) pro Jahr ausgesetzt gewesen.

Das entspreche der Dosis, der ein Kind bei einer radiologischen Untersuchung des Unterleibs ausgesetzt sei und bei der die Gesundheitsgefährung als gering gelte.

Das BAG geht aufgrund von Berechnungen der mittleren Belegung der Krippe durch die Kinder aber davon aus, dass kein Kind einer jährlichen Strahlendosis von mehr als 1 mSv pro Jahr ausgesetzt war. 1 Millisivert ist der Grenzwert, der für die Schweizer Bevölkerung gerade noch zulässig ist.

Bund saniert Wohnung dennoch

Obwohl das BAG also davon ausgeht, dass kein Kind gefährdet war, hat es dennoch die Eltern der Kinder der ehemaligen Kinderkrippe über die Messresultate ins Bild gesetzt. Auch den heutigen Besitzer der Räumlichkeiten informierte das BAG.

Zudem wird es die Wohnung sanieren, weil die Belastung 4 Millisievert pro Jahr beträgt, falls sich eine Person während 2000 Stunden pro Jahr an der am stärksten belasteten Stelle aufhält.

«Das BAG möchte mit seinen Arbeiten garantieren, dass keine Personen in Räumen wohnen oder arbeiten, deren Strahlenbelastung durch Radium 1 mSv pro Jahr überschreitet», schreibt es. Ab April führen die Spezialisten Messungen in La Chaux-de-Fonds durch.

mib/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt