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Belena bohrt zweiten Tunnel

Zum zweiten Mal haben die Tunnelarbeiter der A5 am Montag um den Beistand der heiligen Barbara gebeten.

Seit Montag bohrt sich die Tunnelbohrmaschine Belena durch den Längholztunnel. Im Sommer wird der Durchstich erwartet.
Seit Montag bohrt sich die Tunnelbohrmaschine Belena durch den Längholztunnel. Im Sommer wird der Durchstich erwartet.
BT

Gestern wurde mit dem Bau des zweiten Tunnels am Ostast der A5-Umfahrung von Biel begonnen. Eisig kalt war es, als am Nachmittag in Orpund der Vortrieb für die erste der beiden Röhren des 2,48 Kilometer langen, vierspurigen Längholztunnels begann. Sommerlich warm soll es sein, wenn die 110 Meter lange Tunnelbohrmaschine Belena im Brüggmoos wieder ans Tageslicht kommt. Die Verantwortlichen rechnen mit dem Durchstich im August oder September. Baustellenchef Klaus Fankhauser sagte, er sei überzeugt, im Sommer den Durchstich mit einem grossen Fest feiern zu können.

Gleichzeitig machte Fankhauser auch deutlich, dass man möglicherweise auf Probleme stossen werde. Aldo Quadri, der kantonale Projektleiter, sprach sogar davon, dass jetzt der schwierigste Teil bevorstehe. Nach 1,4 Kilometern Felsgestein erwarten die Mineure eine rund 900 Meter lange Schicht Lockergestein. Quadri zeigte sich gestern aber nach der offiziellen Feier zuversichtlich: Sorgen mache er sich nicht. «Die Bohrmaschine hat den Beweis erbracht, dass sie auch mit Lockergestein fertig wird.» Quadri sprach damit ein gut 80 Meter langes Stück beim Büttenbergtunnel an, durch das sich Belena erfolgreich gekämpft hatte. Gleichwohl sind sich die Verantwortlichen des Risikos für geologische Überraschungen bewusst.

Heilige Barbara in Aktion

Um 15.32 Uhr begann sich der Bohrkopf von Belena zu drehen und frass wenig später erste Steine aus der Portalwand. «Ich bin stolz, dass es dreht», schrie Baustellenchef Klaus Fankhauser gegen den Lärm. Für den anschliessenden Apéro mit Glühwein und Bratwürsten wurde Belena dann nochmals ausgeschaltet. In den nächsten Tagen wird die Maschine langsam hochgefahren. Anfang März soll sie ganz im Fels verschwunden sein. Dann wird der Hochleistungsvortrieb beginnen und Belena täglich 14 Meter zurücklegen. Dass alles reibungslos verläuft, dafür soll die heilige Barbara bürgen, die Schutzherrin der Mineure. Der Diakon der Bieler Pfarrei Christ König, Stipe Brzovic-Pavlovic, segnete die Figur der heiligen Barbara und bat um ihren Beistand. Als der eisige Wind die Flammen der Kerzen auf dem Altar auszulöschen drohte, hielt sie jedenfalls schon schützend die Hand darüber und liess die Flammen immer wieder aufflackern.

«Habe sofort zugesagt»

Der Tunnelpatin Yolanda Fähndrich aus Brügg war es vorbehalten, die heilige Barbara und eine Kerze in den neben dem künftigen Bohrloch befestigten Schrein zu stellen. Fähndrich wohnt direkt über dem geplanten Tunnelportal im Brüggmoos. «Ich habe sofort zugesagt, als ich angefragt wurde», erklärte die 70-Jährige. Sie wurde vom Kanton ausgewählt, weil sie dem Projekt sehr wohlwollend gegenübersteht. Aldo Quadri sagt, sie habe zum Beispiel darauf bestanden, dass man vor ihrem Grundstück keinen Sichtschutz Richtung Baustelle anbringe, damit sie das Geschehen stets im Auge behalten könne.

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