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Baugrube da, aber noch keine Bewilligung

In den nächsten Tagen soll der Bund den A5-Anschluss Brüggmoos zur Umfahrung von Biel endlich bewilligen. Die Baugrube steht bereit. Um das Millionen-Projekt rechtzeitig fertig stellen zu können, wird die Zeit knapp.

Für die Bauarbeiten des Anschlusses Brüggmoos steht alles bereit. Aber die Baubewilligung fehlt noch.
Für die Bauarbeiten des Anschlusses Brüggmoos steht alles bereit. Aber die Baubewilligung fehlt noch.
BT

Die Tunnelbohrmaschine «Belena» hat in den letzten Monaten ganze Arbeit geleistet. Die erste Röhre des Büttenbergtunnels ist gebohrt. 2016 soll der Ostast zur Umfahrung von Biel in Betrieb genommen werden. Allerdings nur, wenn bis dann das 180 Millionen teure Anschlussbauwerk Brüggmoos fertiggestellt ist. Dort ist die Baugrube bereit für die Realisierung der Autobahnverzweigung. Bei der Verzweigung treffen die Autobahnäste aus Solothurn, Neuenburg und Bern aufeinander. Doch noch ist der A5-Anschluss Brüggmoos vom Bund nicht bewilligt worden.

Drei Jahre Warten

Seit über drei Jahren liegt das Projekt beim Generalsekretariat des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Ende Jahr soll die Genehmigung nun endlich erteilt werden. So zumindest hat es das Amt von Bundesrat Moritz Leuenberger dem Kanton mitgeteilt. «Ich hoffe, dass wir diese Frist einhalten können», sagt Edmund Knutti, Chef der Rechtsabteilung beim Generalsekretariat des Uvek. So lange der Entscheid nicht fertig geschrieben sei, könne es immer noch Verzögerungen geben. Er verspricht aber: «Es wird nicht mehr lange dauern.» Die bisherigen Verzögerungen führt Knutti darauf zurück, dass es Zeit brauche, bis alle Angaben verifiziert und alle Zusatzabklärungen gemacht sind. Eine bewusste Verzögerung des Bundes weist Knutti aber von sich: «Wir haben das Projekt mit oberster Priorität behandelt.»

Bei den Verantwortlichen des Ostasts reisst der Geduldsfaden trotzdem langsam, aber sicher. Reservezeit ist praktisch keine mehr vorhanden. «Es wird eng», sagt Aldo Quadri, Projektleiter des Ostasts. Das absolute Horrorszenario wäre ein fertiger Ostast, den man wegen des fehlenden Anschlussbauwerks im Brüggmoos nicht in Betrieb nehmen könnte.

Weiterzüge möglich

Ob ein solches Szenario Realität wird, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. So können die ursprünglich 59 Einsprecher die Genehmigung des Uveks vor dem Bundesverwaltungsgericht und in letzter Instanz vor dem Bundesgericht anfechten. Handelt es sich bei den angefochtenen Sachverhalten nur um Teilaspekte, könnte der Bau unter Umständen trotzdem schon vorzeitig in Angriff genommen werden. Wenn ein Einsprecher jedoch das ganze Projekt in Frage stellt, muss der Bau bis zum rechtskräftigen Urteil ruhen. Zur Art der Einsprachen macht der Bund vor der Veröffentlichung der Verfügung keine Angaben. Wie lange die Gerichte für ihre Entscheide brauchen, ist schwer abzuschätzen. Klar ist für Projektleiter Aldo Quadri nur: «Man kann die Dauer nicht beeinflussen.»

Arbeit am Detailprojekt

Beim Brüggmoos ist gegenwärtig alles bereit. Die Sanierung der Deponie Lischenweg, wo zwischen den 30er- und 60er-Jahren Bauschutt und Hauskehricht abgelagert worden war, ist schneller als geplant abgeschlossen worden. Der Kanton bemüht sich derweil, das Projekt so weit voranzutreiben wie möglich. «Wir sind mit voller Kraft an der Arbeit.» Konkret ist man daran, das Papier für das Detailprojekt auszuarbeiten. Dieses muss vom Bundesamt für Strassenverkehr abgesegnet werden und dient zugleich als Grundlage für die Submission. Sobald die Genehmigung des Bundes vorliegt, kann die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen. Geht die weitere Plangenehmigung ohne Verzögerungen vor sich, könnten die Bauarbeiten im Brüggmoos 2011 starten. Doch selbst dann ist man nicht vor Rückschlägen gefeit. «Wir wissen, dass der Untergrund sehr schwierig ist», sagt Aldo Quadri. Man könne die Bodenbeschaffenheit nicht bis ins letzte Detail voraussehen. «Wenn wir Glück haben, kommen wir schneller voran als geplant, wenn wir Pech haben, brauchen wir länger.»

Hinzu kommen die Unsicherheiten mit dem Westast. Solange die genaue Linienführung nicht klar ist, braucht es eine gewisse Flexibilität. Falls der Entscheid für eine der vier Varianten eine wesentliche Projektanpassung zur Folge hätte, müsste das Projekt nochmals neu aufgelegt werden, wie Quadri bestätigt. In diesem Fall wäre ein Abschluss der Bauarbeiten 2016 in weiter Ferne. Man würde bei einem solchen Szenario aber versuchen, zumindest die Stammachse von Solothurn über den Ostast Richtung Bern zu realisieren, so Quadri.

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