SVP schafft erstmals Sprung in Bieler Stadtregierung

Biel

Das französischsprachige Biel hat neu zwei Vertreter in der Stadtregierung. Die andere Wahlsiegerin ist die SVP, die erstmals in der Bieler Gemeindeexekutive Einsitz nimmt. Die Gewählten reagieren positiv auf die Ausgewogenheit.

Der neue Bieler Gemeinderat (von links): Beat Feurer (SVP), Silvia Steidle (PRR), Erich Fehr (SP), Barbara Schwickert (Grüne), Cédric Némitz (SP).Bilder

Der neue Bieler Gemeinderat (von links): Beat Feurer (SVP), Silvia Steidle (PRR), Erich Fehr (SP), Barbara Schwickert (Grüne), Cédric Némitz (SP).Bilder

(Bild: BT)

Die zweisprachige Stadt wird für weitere vier Jahre von einer linken Mehrheit regiert: der Bisherige Erich Fehr (SP) wurde mit 5892 Stimmen wiedergewählt, ebenso die Grüne Barbara Schwickert mit 5490 Stimmen.

Der neue SVP-Mann Beat Feurer kam auf 4375 Stimmen. Neu gewählt wurden auch der französischsprachige Sozialdemokrat Cédric Némitz mit 5031 Stimmen und die welsche Silvia Steidle (FDP) mit 2968 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 32,6 Prozent.

Da es in Biel keine Quote für die französischsprachige Minderheit gibt, war nicht sicher, ob die Welschen den Sitz ihres abtretenden Gemeinderats Pierre-Yves Moeschler würden halten können. Sie machen gegen 40 Prozent der Bieler Bevölkerung aus. Mit Némitz und Steidle sind nun gleich zwei Französischsprachige im Gemeinderat.

Ein Lob auf die Ausgewogenheit

Die meisten Gewählten betonten am Sonntag die Ausgewogenheit der neuen Stadtregierung. «In einer zweisprachigen Stadt mit rund 40 Prozent Welschen seien zwei Romands in der fünfköpfigen Regierung gut, sagte Stadtpräsident Erich Fehr (SP).

Auch die wiedergewählte Sicherheitsdirektorin Barbara Schwickert (Grüne) erwähnte die Ausgewogenheit der Exekutive, in der das gesamte politische Spektrum vertreten sei.

Der neue SVP-Mann Beat Feurer freute sich, dass seine Liste über 20 Prozent Wähleranteil erringen konnte. Und natürlich freute sich Feurer, dass er mit seiner Wahl in den Gemeinderat der Bieler SVP eine Premiere bescheren konnte.

Silvia Steidle (Parti Radical Romand) zeigte sich etwas enttäuscht vom Abschneiden der bürgerlichen Liste. Der ebenfalls neu in den Gemeinderat gewählte Sozialdemokrat Cédric Némitz freut sich auf seinen dritten Berufswechsel. Zuvor war er Pfarrer, danach Journalist.

Fehr unbestrittener Stadtpräsident

Keine Überraschung ist die Bestätigung von Stadtpräsident Erich Fehr in seinem Amt. Sein Herausforderer, Beat Feurer, unterlag klar.

Nach einer Strukturreform zählt die Bieler Stadtregierung ab 2013 noch fünf Sitze. Bislang kannte Biel ein System mit je vier Voll- und Nebenämtern.

Erfolg für die Rechte im Stadtparlament

Bei den Wahlen ins Stadtparlament hat die Rechte stark zugelegt. Allen voran die Bürgerliche Mitte, zu der unter anderem BDP und CVP gehören, holte sechs Sitze. Zulegen konnten auch die SVP und die Grünliberalen. Verloren haben die links-grünen Parteien.

Die deutschsprachige SP kommt neu auf 10 Sitze (-3), ihr welsches Pendant auf 7 (-2). Die Grünen kommen auf 7 Sitze (-1), die Grünliberalen auf 6 ( 2). Die SVP und ihre Verbündeten halten neu 9 Sitze ( 3), die Bürgerliche Liste 6 ( 6).

Der deutschsprachige Freisinn kommt auf 6 Mandate (-), die französischsprachige FDP auf 5 (-). Die EVP hat 2 Sitze (-1), die EDU 1 Sitz (-) und die Gruppierung Passerelle kommt ebenfalls auf 1 Sitz (-).

js/sda

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