Biel

Radioaktivität im Bielersee entdeckt

BielÜberraschender Fund am Seeboden: Sedimentanalysen zeigen, dass um das Jahr 2000 herum grössere Mengen Cäsium 137 in den Bielersee gelangten. Nur eine Quelle ist plausibel.

Die Radioaktivität birgt keine unmittelbare Gefahr für die Menschen: Der Bielersee.

Die Radioaktivität birgt keine unmittelbare Gefahr für die Menschen: Der Bielersee. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Geologen der Universität Genf haben einen überraschenden Fund gemacht: Cäsium 137 im Bielersee. Dies berichtet die «SonntagsZeitung». Sedimentanalysen zeigten, dass um das Jahr 2000 grössere Mengen dieses radioaktiven Stoffes in den See gelangten. Die Radionuklide strahlen gemäss der Genfer Messung mit 41 Becquerel pro Kilo.

Im Auftrag der «SonntagsZeitung» habe das Kantonale Labor Basel-Stadt den Test mit einem zweiten Bohrkern aus dem Seeboden wiederholt. Der Cäsium-Peak sei auch da klar erkennbar. Laut Fachleuten spricht alles dafür, dass das Cäsium aus dem Atomkraftwerk Mühleberg stammt.

Keine unmittelbare Gefahr

Doch in den damaligen Messberichten der Behörden über Radioaktivität in der Aare unterhalb des AKW finde sich keine Angabe darüber, wie eine erhöhte Menge Cäsium 137 in den See gelangen konnte. Eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung um den Bielersee bedeute die Radioaktivität nicht.

Die «SonntagsZeitung» stellt jedoch die Frage, wieso es kein Frühwarnsystem im Falle einer Havarie beispielsweise in Mühleberg gebe. Der Chef der Schweizer Kantonschemiker, Otmar Deflorin wolle, dass der Bund wegen des Cäsium-Funds aktiv werde. «Wir wollen jetzt wissen, woher das kommt. Weil der Bielersee ein Trinkwasserreservoir ist. Aber auch sonst».

(mw)

Erstellt: 14.07.2013, 11:44 Uhr

Artikel zum Thema

Messflüge zeigen Gammastrahlung über dem AKW Mühleberg

Mit einem Helikopter und einem Super Puma der Armee überflogen Mitarbeiter der Nationalen Alarmzentrale Teile der Schweiz. Sie konnten so Messkarten zur Radioaktivität herstellen. Mehr...

Radioaktiver Bomben-Peak nützt medizinischer Forschung

Bei den oberirdischen Atombombentests gelangten grosse Mengen Radioaktivität in die Natur. Nun haben Forscher ein Verfahren entwickelt, um damit die Erneuerungsraten menschlicher Zellen zu messen. Mehr...

Störfall in nordfranzösischem AKW

Im Inneren eines Reaktorgebäudes des Atomkraftwerks Flamanville ist Radioaktivität ausgetreten. Nach Angaben der Behörden gelangte nichts an die Umwelt. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Newsletter

Immer die Region zuerst. Am Wochenende.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende.
Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!