Moutier

Maxime Zuber sieht neue Chance für Moutier

MoutierIm Berner Jura ist der Bürgermeister Maxime Zuber ein Symbol für die Autonomisten. Sein Moutier tickt separatistisch. Die Gemeinde könnte dereinst den Weg auf die andere Seite der Grenze antreten.

Die Gemeinde Moutier könnte bald zum Jura gehören.

Die Gemeinde Moutier könnte bald zum Jura gehören. Bild: zvg

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In den 49 bernjurassischen Gemeinden gehört das Thema Jura-Konflikt nicht mehr zur Tagesordnung. Ob Kanton Bern oder Kanton Jura ist in den letzten Jahren weniger wichtig geworden. Die am Montag feierlich von den Kantonsregierungen eingeleitete politische Lösung wurde nicht von Kampfparolen begleitet – vielleicht auch, weil erstmals jede Gemeinde letztlich für sich selber entscheiden kann, wo sie hingehören will.

Moutiers Wahl scheint klar

In einer Gemeinde gibt dieses Thema nämlich weiterhin den Ton an. Das Städtchen Moutier mit seinen 7500 Einwohnern wählte im Herbst 2010 explizit separatistisch: Der Sozialdemokrat Maxime Zuber setzte sich gegen die Sozialdemokratin Marcelle Forster Boivin durch. Der Unterschied: Zuber ist Autonomist, Forster Boivin berntreu.

Maxime Zuber, seit nunmehr 17 Jahren an der Spitze Moutiers, äusserte sich gestern ausführlich auf Radio Suisse Romande zur Bedeutung der Vereinbarung: «Es geht nicht um die Frage des Nummernschilds, sondern um die Positionierung des Juras in einem Europa der Regionen», sagte er in Anspielung auf den Kommentar in dieser Zeitung. Der Prozess bedeute eine grosse Chance, 40 Jahre nach der letztmaligen Befragung des Volks eine befriedigende Lösung der Jura-Frage zu erhalten.

Auf seine Prognose angesprochen, blieb Zuber vage. Er gestand aber ein, es stünden beide Wege offen, auch ein Nein sei möglich. Wofür sein Herz schlägt, wurde aber klar, als er der alten bernischen Regierung eine koloniale Haltung vorwarf. Der jetzigen wand er ein Kränzchen. Sie sei «offen, pragmatisch und respektvoll». Grossen Verdienst am neuen Tonfall habe der Präsident der Interjurassischen Versammlung, Dick Marty.

Die Atmosphäre hat sich in den letzten 18 Jahren deutlich entspannt. Noch 1993 starb im Vorfeld zur Gründung der Interjurassischen Versammlung ein junger separatistischer Bélier in Bern beim Hantieren mit einer Bombe, die eigentlich für das Rathaus bestimmt war. Am Montag blieb es ruhig.

Ein Drittel autonomistisch

Wie allerdings das Resultat der voraussichtlich 2013 stattfindenden Abstimmung aussehen wird – ob sich eine Mehrheit für oder gegen den Kanton Bern ausspricht –, dazu gibt es kaum Gradmesser. In den Wahlen von letztem Herbst für den Bernjurassischen Rat erhielten autonomistische Politiker rund ein Drittel der Stimmen. Die Ausgangslage ist dieses Mal weniger emotional als noch in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts. Eventuell werden nüchterner Vorteile gegen Nachteile abgewogen, wo die Zukunft für die nicht gerade auf Rosen gebetteten Gemeinden besser aussieht.

Eine Studie, welche die wirtschaftlichen Folgen analysiert, kommt zum Schluss, dass der Region unter dem Strich etwa gleich viel Subventionen zuflössen, egal zu welchem Kanton sie gehört. Unabhängig davon, wie sich der Berner Jura entscheiden wird, kann die Stadt Moutier für sich den Wechsel zum Kanton Jura beschliessen. Denn die Vereinbarung lässt ausdrücklich eine Abstimmung auf Gemeindeebene zu, sofern ihre Bevölkerung anders gestimmt hat als die Mehrheit der Region. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.02.2012, 08:01 Uhr

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