Hunden von Zahlungsunwilligen droht der Tod

Reconvilier

Eine Botschaft des Gemeinderats im Amtsblatt der bernjurassischen Gemeinde Reconvilier schockt Hundebesitzer. Wer die Hundesteuer nicht bezahle, müsse damit rechnen, dass sein Haustier eingeschläfert wird.

Sollen in Reconvilier für die Vergehen ihrer Besitzer bestraft werden: Hunde.

Sollen in Reconvilier für die Vergehen ihrer Besitzer bestraft werden: Hunde.

(Bild: Colourbox)

Pierre-Alain Némitz, Gemeindeschreiber von Reconvilier, rechtfertigt im «Blick» die drastische Massnahme. Es stehe so im kantonalen Gesetz zur Hundetaxe, das seit 1904 existiert.

Kantonstierarzt Reto Wyss bestätigt gegenüber bernerzeitung.ch, dass im Gesetz über die Hundetaxe ein Artikel existiert, der diese Interpretation zulässt. Im 2004 erneuerten Artikel 4 steht: «Wer Hundetaxen hinterzieht, hat die Taxen nachzubezahlen und eine Busse [...] zu entrichten. Falls die Busse nicht bezahlt wird, [...] hat die Abschaffung des Hundes stattzufinden.»

Gemeindeschreiber wurde bedroht

Die Interpretation dieses Artikels liegt gemäss Wyss in der Kompetenz der Gemeinde. «Man muss sich aber schon fragen, ob dies verhältnismässig ist», so der Kantonstierarzt.

Seit die Meldung im «Journal de Jura» verbreitet worden ist, wird Némitz bedroht. Dies obwohl er nur der Übermittler der Botschaft sei und die Idee nicht von ihm, sondern vom Gemeinderat stamme.

Die Heftigkeit der Reaktionen haben dem 61-Jährigen zugesetzt. Er betont, dass sich die Hundesteuer in Reconvilier nur auf 50 Franken pro Jahr belaufe. Die Gemeinde brauche das Geld um die Infrastruktur für Hündeler zu gewährleisten. Die Kosten für Robidogs hätten in den letzten Jahren stetig zugenommen.

Wie Némitz im «Blick» weiter berichtet, sei die Tötung vor 35 Jahren bereits einmal angewendet worden. Damals sei ein Polizist angerückt und habe das Tier erschossen. Dass die 280 Hunde in Reconvilier tatsächlich um ihr Leben fürchten müssen, glaubt Reto Wyss indes nicht. Er gehe nicht davon aus, dass der Artikel in Reconvilier auch tatsächlich so vollzogen werde.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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