Fusionsprojekt auf Tessenberg-Plateau gescheitert

Jura

Das Projekt zur Fusion von vier Gemeinden auf dem Tessenberg-Plateau im Berner Jura ist gescheitert. Während die Stimmberechtigten von Diesse, Lamboing und Prêles einem Zusammenschluss deutlich zustimmten, sagten die Einwohner von Nods klar Nein.

Anders als in den benachbarten Kantonen Neuenburg und Jura haben somit Gemeindefusionen im Berner Jura nach wie vor einen schweren Stand. Im 745-Seelen-Dorf Nods setzte sich am Sonntag die Ansicht durch, vor allem in Steuerfragen gebe es bei einer Fusion nichts zu gewinnen. 336 Stimmbürger lehnten den Fusionsvertrag ab, 82 sagten Ja.

Dagegen befürworteten die Stimmberechtigten in Diesse, Lamboing und Prêles eine Gemeindefusion deutlich. Der Fusionsvertrag erhielt in Diesse 167 Ja- gegen 46 Nein-Stimmen, in Prêles 292 Ja- gegen 114 Nein-Stimmen und in Lamboing 235 Ja- und 75 Nein-Stimmen. Die Stimmbeteiligung in den vier Gemeinden betrug zwischen 62 und 81 Prozent.

Die vier Dörfer stimmten über eine Vereinbarung ab, wonach die fusionierte Gemeinde mit rund 2700 Einwohnern im Januar 2013 hätte ins Leben gerufen werden sollen. Das Projekt für die neue Gemeinde Plateau de Diesse begann vor sechs Jahren.

Zunächst hatte auch La Neuveville an den Fusionsgesprächen teilgenommen, doch die Gemeinde am Bielersee zog sich zurück. Ihre Vertreter waren der Auffassung, es gebe zu grosse Mentalitätsunterschiede zu den höher gelegenen Gemeinden.

Fusionen scheiterten in Vergangenheit

Im Berner Jura waren schon zuvor Projekte für Gemeindefusionen an der Urne gescheitert. Im Jahr 2008 misslang der Zusammenschluss der sechs Gemeinden La Heutte, Orvin, Péry, Plagne, Romont und Vauffelin. Im Jahr 2000 sprachen sich die Stimmbürger von Malleray und Bévilard gegen die Verschmelzung ihrer Gemeinden aus.

Der Kanton Bern möchte die Zahl der Gemeinden verringern. Um dies zu erreichen, genehmigte der bernische Grosse Rat im Februar in erster Lesung Verfassungs- und Gesetzesänderungen. Dadurch sollen Gemeinden künftig unter gewissen Umständen zur Fusion gezwungen werden können.

jzu/sda

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