SBB-Doppelstöcker – technisch gut, Komfort mangelhaft

Biel

Seit dem Fahrplanwechsel setzen die SBB auf der Regioexpress-Linie zwischen Biel und Bern moderne Doppelstockzüge ein. Doch der Komfort lasse zu wünschen übrig, sagen Pendler.

Personen, die zwischen Biel und Bern pendeln, wünschen sich mehr Komfort im SBB-Doppelstockzug. (Archivbild)

Personen, die zwischen Biel und Bern pendeln, wünschen sich mehr Komfort im SBB-Doppelstockzug. (Archivbild)

(Bild: zvg/SBB)

Zwischen Biel und Bern verkehrt der Regioexpress der SBB im Halbstundentakt. Doch reist man auch bequem? Bereits in der Vergangenheit wurde öfters das Platzangebot auf dieser Strecke beklagt. So bewerteten Pendler in einer Umfrage der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr den mangelnden Platz in den Zugwagen im bernischen S-Bahn-Netz als negativ.

Damit war auch die S3 der BLS und der Regioexpress der SBB zwischen Biel und Bern gemeint. Daraufhin erkannten die Bahnunternehmen dieses Problem: Um mehr Platz zu generieren, hat die BLS Ende 2014 neue Doppelstockzüge eingeführt, die SBB haben zum Fahrplanwechsel im Dezember neue Doppelstockzüge in Betrieb genommen.

Enger und unbequemer

Doch nicht alle Pendler sind zufrieden: In den einzelnen SBB-Doppelstockwagen gebe es zwar mehr Sitzplätze als zuvor, heisst es. Dafür seien aber die Züge kürzer. «Die Sitze sind unbequemer als vorher, die Beinfreiheit kleiner, alles ist enger geworden», sagen mehrere Pendler. Als störend empfunden wird auch, dass es bei den Sitzen in der 2.Klasse keine Abfalleimer mehr gibt. Nicht wenige Pendler stören sich weiter daran, dass man in den Stadler-Rail-Zügen keine Steckdosen findet, um das Handy aufzuladen. Diese gibt es nur in der 1.Klasse.

Doch nicht nur das: Wer zu den Stosszeiten im Regioexpress nicht in Biel, sondern erst in Lyss einsteigt, muss nicht selten bis nach Bern stehen. Und auch wer am Morgen am Bahnhof Biel nicht früh genug in den Zug einsteigt, findet oft keinen Sitzplatz mehr. Der Präsident der Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden im öffentlichen Verkehr Pro Bahn, Kurt Schreiber, kennt die Nachteile des neuen S-Bahn-Zuges: «Er löst bei den Kunden keine Begeisterungsstürme aus», sagt er. Bei den SBB heisst es auf Anfrage, man versuche auf dem Abschnitt Biel–Bern Stehplätze zu verhindern, sie «lassen sich aber nicht auf allen Zügen an allen Tagen vermeiden».

Stehen «ist zumutbar»

Einer, der findet, es sei zumutbar, eine Distanz wie Biel–Bern stehend zu bewältigen, ist Grossrat Michel Rudin (GLP, Lyss), der auch im Kundenbeirat der SBB sitzt. Auch er legt die Strecke Lyss–Bern täglich zurück. «Für mich ist nicht ersichtlich, weshalb wir in einem Tram zehn Minuten stehen können, in einem Zug jedoch nicht», sagt er.

«Wir können nicht ständig als Konsumenten mehr Sitzplatzkapazität verlangen und am Ende beklagen, wenn die Bahn teurer wird.»

Bieler Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt