600 Jahre Krankengeschichte

Biel

Als 1415 in Biel das erste Spital eröffnet wurde, glaubte man noch, die Sonne kreise um die Erde. Seither hat sich nicht nur am Weltbild, sondern auch am Spitalzentrum viel verändert.

Das erste Gebäude des Spitalzentrums Biel war der Tuberkulose-Pavillon Nadenbousch, der 1930 eröffnet und nach einer Unternehmerin aus der Uhrenbranche benannt wurde, die dafür 300000 Franken gespendet hatte.

Das erste Gebäude des Spitalzentrums Biel war der Tuberkulose-Pavillon Nadenbousch, der 1930 eröffnet und nach einer Unternehmerin aus der Uhrenbranche benannt wurde, die dafür 300000 Franken gespendet hatte.

(Bild: zvg)

Dass das erste Bieler Spital gebaut wurde, ist Heinrich und Anna Färber aus Freiburg zu verdanken. Eine «göttliche Eingebung» soll 1415 der Grund gewesen sein, wieso sie 100 französische Ecus, damals ein Vermögen, für den Bau eines Spitals stifteten. «Sie erhofften sich dadurch gemäss den Quellen einen besseren Platz im Himmel», sagt Fredy Sidler, Präsident des Verwaltungsrates des Spitalzentrums (SZB).

Das Spitalzentrum Biel feiert heuer sein 600-jähriges Bestehen. «Im Jahre des Herrn 1415» wurde das erste Bieler Spital gebaut, so steht es im sogenannten Spitalbuch, das im Stadtarchiv aufbewahrt wird. Zu einer Zeit, als man noch dachte, die Sonne kreise um die Erde, hundert Jahre vor der Schlacht von Marignano, noch viele Hundert Jahre vor der Aufklärung. «Lange bevor es Sozialstaaten gab, übernahm die Stadt diese soziale Aufgabe», sagt Sidler.

«Für alle da»

Denn das Spital diente nicht nur der medizinischen Pflege, sondern bot vor allem auch Nahrung und Unterkunft für Arme, Alte oder Obdachlose. Weil das Spital Biel der ganzen Bevölkerung offenstand, wählte das Spitalzentrum für das Jubiläumsjahr das Motto: «Für alle da. Proche de chez moi.» Während des ganzen Jahres finden Veranstaltungen statt wie etwa am 30. und 31.Mai die Tage der offenen Tür oder ab dem 29.Januar eine Sonderausstellung im Neuen Museum Biel «Das kranke Biel – auf Arztvisite um 1850».

Das erste Spital stand in der Altstadt. 330 Jahre später wurde es ins ehemalige Johanniterkloster verlegt, das heutige Dufour-Schulhaus. Doch es war das einzige Gebäude, welches als Standort fürs Gymnasium infrage kam, das Biel 1818 erhielt. Das Spital musste umziehen, diesmal an die Untergasse. 1866 wurde im heutigen Centre Pasquart in der Seevorstadt ein neues Spital erbaut, es galt als eines der modernsten der Schweiz. Seit 1930 steht das Spital am heutigen Standort hoch über der Stadt.

Erneuerung für 125 Millionen

Heute zählt das SZB jährlich rund 70'000 Patienten und beschäftigt 1300 Angestellte. Stadtpräsident Erich Fehr (SP) würdigte das SZB als «medizinisches Herz» der Region. Es sei wichtig als Arbeitgeber und als Ausbildungsstätte.

Für dieses Jahr ist eine Gesamterneuerung im Umfang von rund 125 Millionen Franken geplant. Das Baugesuch wurde Ende 2014 eingereicht, derzeit sind Einigungsgespräche mit den drei Einsprechern im Gange.

Bieler Tagblatt

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