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Schwimmt der Lachs bis ins Oberland?

oberland-westWetterkapriolen, Kraftwerke und Lachse: Diese Themen kamen an der HV der Fischerei-Pachtvereinigung Spiez in Kandersteg zur Sprache.

Präsident Hanspeter Güntensperger aus Frutigen konnte nebst den Delegierten aller sechs Vereine wichtige Persönlichkeiten begrüssen, darunter Regierungsstatthalter Christian Rubin, Grossrat Markus Grossen, der Kandersteger Gemeindepräsident Bruno Jost sowie der neue Fischereiinspektor des Kantons Bern, Thomas Vuille. Die Anwesenheit dieser Gäste unterstreicht die Bedeutung der Vereinigung, ist diese nicht nur im hegerischen Bereich, sondern auch mit politischen und juristischen Vorstössen im Umweltschutz aktiv. Zurzeit beschäftigen die Vereinigung zwei geplante Wasserkraftwerkprojekte oberhalb des Laubeggfalls bei Boltigen und dem Färmelbach in St.Stephan. Stand bei den Einsprachen Die von verschiedenen Umweltschutzorganisationen, darunter auch die PV Spiez, eingereichte Beschwerde gegen das von der Simmentaler Kraftwerke AG geplante Kleinwasserkraftwerk bei Boltigen liegt momentan beim Verwaltungsgericht. Ein Entscheid ist momentan noch nicht zu erwarten. Die Einsprecher sorgen sich dabei um den Laubeggfall der Simme und machen geltend, dass sich die Konzession des Regierungsrats auf ungenügenden Grundlagen basiere und von einer mangelhaften Interessenabwägung zeuge. Das Projekt gefährde den einzigen Wasserfall der Simme und zerstöre ein potenzielles Laichgebiet der stark gefährdeten Seeforelle. Güntensperger zeigt sich angriffig. «Die Gewässerfauna und Ökologie sind nicht erneuerbar, sondern definitiv nachhaltig zerstört und beeinträchtigt. Öffentlichkeit und Medien interessieren nur Werte, wie viele Haushalte mit Strom versorgt werden könnten.» Die Fischer würden dabei grösstenteils als Verhinderer gebrandmarkt, was auch innerhalb des PV-Vorstandes zu langwierigen Diskussionen führe. «Atomare Energie brauche niemand, doch Strom benötigen alle.» Nicht so weit sind die Fortschritte beim Projekt Färmelbach. Die Einigungsverhandlungen zwischen den Fischern und dem WWF Bern mit den Bernischen Kraftwerken verliefen ergebnislos. Es ist geplant, in St. Stephan ein Wasserkraftwerk zu errichten, um das Potenzial des Färmel- und Albristbachs für die Produktion von erneuerbarer Energie zu nutzen. Im Oktober 2009 haben die PV Spiez, der Fischereiverein Zweisimmen und der WWF Bern Einsprache erhoben. Der Dialog werde bis zu einer Einigung weiter gesucht, meinte Güntensperger. «Ich setze mich für das Wasser und die Fischerei ein, versuche aber Konsenslösungen zu finden.» Oeschinensee gesperrt Interessant waren die Ausführungen von Fischereiinspektor Thomas Vuille. «2011 war ein verrücktes Jahr», bemerkte er. «Es gab extreme klimatische Ausschläge. Beim stetigen Auf und Ab wechselten Trockenheit im Frühling, Unwetter und anschliessender Wassermangel im Herbst und ungeheure Schneefälle im Winter ab. Der Oeschinensee wurde für die Eisfischerei wegen grosser Lawinengefahr seit Samstag sogar gesperrt.» Durch die Katastrophe in Fukushima habe die Energiepolitik einen Richtungswechsel erfahren, und der Druck auf die Wasserkraft sei damit angestiegen. «Auch im kantonalen Aufseherkorps gab es viele Wechsel, wobei nun der junge Benjamin Gugger die Fischzucht Faulensee übernehmen wird.» Für das neue Jahr rechnet Vuille mit einer Klärung beim Wasserkraftprojekt Laubegg, aber auch die politische Diskussion zum Phosphatmanagement im Brienzersee werde weitergehen. Durch Rückführung von kleinen Phosphatmengen sollten die Fangerträge von Fischen wieder angehoben werden. Lachs in der Kander? Ein weiteres Phänomen beschäftigt die Fischerzunft. «Wie beobachtet wurde, kehrt der Rheinlachs in die Schweiz zurück. Ein Exemplar wurde bereits in Basel gesichtet. Potenzielle Gewässer in unserer Region wären die Kander und die Simme», bestätigte der PV-Präsident. Es fehlten zwar Beweise, dass dieser Fisch früher in diesen Gebieten gesichtet worden sei, die Möglichkeit bestehe aber. Eine wichtige Neuerung sei auch die Eröffnung des Schweizerischen Kompetenzzentrums Fischerei in Bern. Diese Institution übernehme die gleichen Aufgaben für die Fische wie die Vogelwarte Sempach für die Vögel.Herbert Kobi >

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