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Schweizer Patrouille kämpft bis zur Erschöpfung

apex raceAndrea Huser,

Das längste und härteste Nonstop-Ausdauerrennen in der Schweiz, das Alpine Expedition Race, geht heute in die entscheidende Phase. Zwischen 12 und 16 Uhr wird die Siegerpatrouille im Ziel bei Balmer’s Tent Village in Matten bei Interlaken erwartet und nach einem langen Schlussspurt von ihren viertägigen Strapazen erlöst. Es zeichnet sich ein spannendes Duell zwischen dem gegenwärtigen Leader Silva Gerber Adventure und dem Schweizer Rady’s-Black-Diamond-Adventure-Team ab. Bis zum Redaktionsschluss (23 Uhr) holte das zähe schwedische Quartett einen Vorsprung von 13 Minuten heraus. Oberländer Trio und Fischlin Die in Aeschlen ob Gunten wohnhafte Andrea Huser (37), der Steffisburger Samuel Hürzeler (27), Teamcaptain Bernhard Hug (37) aus Homberg bei Thun und der Zürcher Gigathlonkönig Roger Fischlin (35) können heute in der Früh ihre Laufstärke ausspielen. Der anspruchsvolle Berglauf führt über den Harder, Augstmatthorn, Gemmenalphorn, Niederhorn nach Beatenberg, wo der strategische Entscheid gefällt werden muss, welches Teammitglied mit dem Gleitschirm ins Tal geflogen wird. Die Einheimischen waren am Mittwoch viel versprechend ins Rennen gestartet. Bei schweisstreibenden 24 Grad absolvierten sie den sechsstündigen Prolog, bestehend aus Trottibike, Rafting und zwei Bergläufen, am schnellsten. «Jetzt sind vor allem Navigationstechnik und logistisches Geschick entscheidend», sagte Hug vor dem Jagdstart des Hauptrennens. «Physisch sind wir alle parat.» Ein Abenteuerrennen könne man nicht mit einem Ironman Hawaii vergleichen, meinte Hug. Um zu verdeutlichen: «Der ehemalige Ironman-Hawaii-Sieger Faris Al-Sultan hatte bei den letzten zwei Adventure-Rennen in Abu Dhabi, die man mit einem Apex-Race vergleichen kann, aufgegeben.» In Hawaii gibt es alle zwei Kilometer einen Verpflegungsstand, die Route ist vorgegeben, es geht sozusagen acht Stunden geradeaus. «Hier schleppen wir das Essen im Rucksack mit, hier suchen wir die 57 Kontrollposten mit Hilfe von Kompass und Karte», sagte Teamcaptain Hug. Die Lokalmatadoren starteten mit vier Minuten Vorsprung ins Hauptrennen, das vom Zweikampf Schweiz - Schweden geprägt werden sollte. Mit der Luftseilbahn ins Tal Zu ersten Zwischenfällen kam es am Mittwochabend beim Kajakfahren auf dem Thunersee. Eine kanadische Patrouille musste das Rennen wegen Anzeichen von Unterkühlung unterbrechen. Aber auch beim Berglauf aufs Schilthorn bei teilweise stürmischem Wetter blieben einige auf der Strecke. Vier Teams wurden mit der Luftseilbahn nach Stechelberg befördert; für zwei Quartette wäre die Fortsetzung des Rennens zu nächtlicher Stunde zu gefährlich gewesen, eine Gruppe gab wegen Müdigkeit auf, eine andere wegen einer Fussverletzung eines Teammitglieds. Bis gestern figurierten noch 17 der 28 gestarteten Patrouillen im Klassement. Zwei verschiedene Strategien Auf dem Piz Gloria, mit 2973 Metern der höchste Gipfel der Berner Voralpen, konnten die Touristen zwei verschiedene Strategien beobachten: Die in Führung liegenden und fokussierten Schweden verpflegten sich mit abgepackten Speisen aus dem Rucksack, die fünf Minuten später eingetroffenen Schweizer assen im Restaurant. Auch betreffend Schlaf hatte es Unterschiede gegeben. In der Wechselzone in Lauterbrunnen gönnten sich die Skandinavier vor dem Aufstieg lediglich 20 Minuten Pause, die Schweizer dagegen schliefen im reservierten Ruheraum zwei Stunden. Das Power-Napping hat offenbar genützt. Kontinuierlich gewinnen die Schweizer Ausdauersportler verlorenes Terrain zurück. Das hängt auch damit zusammen, dass sie bis jetzt alle Posten auf Anhieb gefunden haben. Kunststück, wenn drei Athleten in ihrem Oberländer «Wohnzimmer» unterwegs sind und der Vierte, Roger Fischlin, bei der Fahndungspolizei arbeitet.Thomas Wältiwww.theapexrace.com www.arworldseries.com >

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