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Schwach wie nie unter Petkovic

GC hat YB dominiert und verdient 2:1 gewonnen. Die Zürcher waren taktisch perfekt auf die Berner eingestellt. Die Young Boys dagegen zeigten eine sehr schlechte Leistung – es fehlte an Laufbereitschaft und Engagement.

Ciriaco Sforza war gut aufgelegt, als er am Samstagabend an der Pressekonferenz parlierte. «Das wird mich eine Busse kosten. Und ich zahle auch etwas in die Mannschaftskasse, damit die Spieler essen gehen können», sagte der GC-Trainer. Er war vom österreichischen Schiedsrichter Harald Lechner im Heimspiel gegen YB Mitte der zweiten Halbzeit auf die Tribüne verwiesen worden. Er habe «Läck mer am Arsch» zu sich selber gesagt, als GC-Spieler Alain Schultz von Gilles Yapi brutal gefoult worden war, erklärte Sforza. «Doch der Assistent dachte, ich hätte ihn damit gemeint.» GC deutlich überlegen Des Trainers Platzverweis war der einzige Klecks im am Samstag sehr reinen Heft der Grasshoppers. Mit der besten Saisonleistung reagierten die Zürcher auf die wirtschaftliche und sportliche Baisse. Sie waren aggressiv und solidarisch, sie gewannen viele Zweikämpfe und waren spielerisch deutlich überlegen. Boris Smiljanic gab den Patron in der Defensive und Paolo Menezes den starken Aussenverteidiger, Kay Voser hatte Seydou Doumbia gut im Griff – und die starken Flügelspieler Davide Calla und Senad Lulic sowie Stürmer Gonzalo Zarate beschäftigten die wacklige YB-Defensive immer wieder mit Schnelligkeit, Dribblings und Zweikampfstärke. Und: Die Grasshoppers waren taktisch hervorragend auf das 3-4-3-System der Young Boys eingestellt – immer wieder schafften sie es, personelle Überzahl im Zentrum zu generieren. Zudem wirkte das gut ausbalancierte GC auf den Seiten vifer und war oft einen Schritt schneller. «GC hat gut gespielt und verdient gewonnen», sagte Vladimir Petkovic. Aber der YB-Trainer erklärte: «Wenn wir unsere normale Form erreicht hätten, wären wir niemals so unter Druck geraten.» Nach der vermutlich schwächsten Vorstellung in 14 Monaten unter Petkovic analysierte der Trainer ruhig und sachlich: «Wir waren zu nachlässig, uns fehlte die Laufbereitschaft, so reicht es nicht. Wir werden am Donnerstag in Bellinzona eine Reaktion zeigen.» Von Überheblichkeit oder sogar Arroganz seiner Akteure wollte Petkovic nichts wissen: «Nein, wir waren einfach nach der Länderspielpause nicht bereit. Bereits im September verloren wir das erste Spiel nach den Länderspielen bei Xamax 0:3.» Affolters dummes Tackling Allein mit dem fehlenden Rhythmus lässt sich der desolate Auftritt der Young Boys in Zürich aber kaum begründen. Die Berner wirkten zahm und waren keine Einheit – nicht nur Seydou Doumbia versuchte sich sehr früh als Einzelsportler. Der beste Einzelkämpfer, Torhüter Marco Wölfli, verhinderte bereits vor der Pause einen hohen Rückstand. Und als YB in der zweiten Halbzeit ein wenig besser spielte und durch David Degen in der 70. Minute zum glückhaften 1:1 gelangte, war das zwar ein Weckruf – aber unglücklicherweise für die Berner in erster Linie für GC. Sforza gestikulierte und schrie am Ende oben auf der Tribüne, und unten auf dem Rasen suchten die Zürcher mit Vehemenz das 2:1. François Affolter foulte Davide Calla eine Viertelstunde vor Spielende ungestüm im YB-Strafraum, und Boris Smiljanic verwandelte den Elfmeter mit einigem Glück zum Siegtor. «Ich war noch dran», sagte YB-Torhüter Marco Wölfli. «Es ist bitter, ging der Ball von der Lattenunterkante ins Tor.» Einen Punkt allerdings hatten die Young Boys am Samstag nicht verdient. «Wir waren schlecht. Aber das war nur eine Niederlage. Wir stehen in Bellinzona wieder auf», sagte Wölfli. Trainer Petkovic ärgerte sich derweil über das «erneut unmotivierte Tackling» Affolters. Bereits beim 3:2-Sieg in St. Gallen hatte der junge Verteidiger einen Elfmeter verursacht. Aber Petkovic fand versöhnliche Schlussworte: «Das sind alles Lernprozesse.» Und: «Wir sind immer noch Leader.» Fabian RuchTelegramm Seite 16>

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