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Schon wieder ging im Oberland eine Lawine auf eine Skipiste nieder

KientalNur zwei Wochen nachdem in Hasliberg eine Gleitschneelawine die Skipiste verschüttete, passierte dasselbe in Ramslauenen. Es kamen keine Personen zu Schaden.

Es war kurz nach 14 Uhr gestern Nachmittag, als sich südlich des Skilifts Chüematti in Ramslauenen oberhalb von Kiental eine Gleitschneelawine löste – dies auf einer Meereshöhe von nur knapp 1500 Metern über Meer, unmittelbar unterhalb des Horeweidliwaldes. Die rutschenden Schneemassen verschütteten in der Folge die Skipiste auf einer Breite von rund 40 Metern. Über 20 Mann der Rettungsstation Kiental-Suld-Adelboden rückten zum Ort des Geschehens aus. Gleichzeitig wurden mithilfe der Berner Oberländer Helikopter AG (Bohag) drei einsatzbereite Lawinenhunde aus dem Kandertal an Ort und Stelle geflogen, um den hundert Meter langen Lawinenkegel auf allfällige Verschüttete zu durchsuchen. Rettungschef Heinz Christen: «Wir suchten das Gelände auch mit Recco-Suchgeräten und Lawinenverschütteten-Suchgeräten ab, konnten aber nicht das geringste Anzeichen feststellen, dass sich unter den Schneemassen jemand befindet.» Ähnliches gab es vor 30 Jahren Gottfried Bühler erinnert sich an eine ähnliche Gleitschneelawine vor 30 Jahren. Der Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Kiental AG und gleichzeitig Obmann der Gemeinde Reichenbach zeigte sich gestern Abend erleichtert darüber, dass dieses Ereignis offensichtlich glücklich ausgegangen ist. «Wir sind überrascht über die Grösse dieser Lawine auf dieser Meereshöhe – der Kegel ist bis zu vier Meter hoch.» Lawinen künstlich ausgelöst habe man am betreffenden Hang noch nie. «Allenfalls haben wir bei kritischen Verhältnissen diese Skipiste aus Sicherheitsgründen auch schon gesperrt», sagt Gottfried Bühler. Sowohl Bühler als auch Experten sehen das Problem in diesem Winter im nicht gefrorenen Boden unter einer unverfestigten Nassschneedecke. Über dieser liegt eine dicke, kompakte und vereiste Schicht, gefolgt von einer bis zu mehreren Metern dicken Decke mit neuerem, recht gut verfestigtem Schnee. Diese unvorstellbar schweren Schneemassen lasten auf der darunter liegenden, nassen und weichen «Schwimmschicht» und haben je nach Gelände die Tendenz zu rutschen. Gottfried Bühler weiss jedenfalls: «Wir müssen über die Bücher, um zu sehen, was wir künftig tun können, um solche Zwischenfälle zu vermeiden.» Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art binnen zweier Wochen im Berner Oberland: Vor 14 Tagen hatte in Hasliberg eine Gleitschneelawine eine Skipiste verschüttet – zum Glück ohne schwerwiegende Folgen: Eine Skifahrerin konnte damals unverletzt aus der Lawine geborgen werden (wir berichteten). Viel Arbeit für Luftrettung Nebst der Bohag war gestern in Ramslauenen auch die Rega mit dem Helikopter der Basis Zweisimmen im Einsatz. Rega-Sprecher Sascha Hardegger blickt auf ein bewegtes Wochenende der Luftrettungsgesellschaft zurück: «Wir verzeichneten landesweit rund 90 Rettungs- und Bergungseinsätze – einige davon auch im Berner Oberland. So rückten wir unter anderem zum Schreckfeld bei der First aus, zu den Gastlosen und nach Habkern.»Bruno Petroni>

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