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Schlaufen doch durch die Wiese

Die Tramwendeschlaufen in Schliern und in Kleinwabern sollen durch Kulturland führen. Einsprachen sind vorprogrammiert.

Landwirte protestierten, als sie die Pläne für die Wendeschlaufe in Schliern sahen. Denn an einem Infoabend mauserte sich die Variante Plattenweg zum Favoriten. Somit würden die Tramschienen, die ab 2014 gebaut werden, mitten durch fruchtbares Land geführt. Dies schaffe ein Präjudiz für eine spätere Einzonung, kritisierte der Verein zum Schutze des Kulturlandes (VSK). Und sprach von Salamitaktik seitens der Behörden. Darauf reagierte der Gemeinderat und ordnete im November vertiefte Abklärungen an. Das Resultat: Er hält an der Variante Plattenweg fest, wie er gestern mitteilte. Diese sei vom Lärm her weniger problematisch, zudem sei der Betrieb einfacher. Details sollen Ende Jahr vorliegen. «Wir werden bestraft» Besitzer des Landes am Plattenweg ist Fritz Burri. Gegen den Entscheid kann er sich nicht wehren, denn er wird per Eisenbahnrecht enteignet. Ins Baubewilligungsverfahren wird er sich aber durchaus einschalten: «Ich werde die rechtlichen Mittel ausschöpfen», kündigt der ehemalige Landwirt an. Denn seine Familie habe vor langer Zeit schon beschlossen, das Land grün zu lassen, während ganz Schliern zugebaut wurde. «Unser Kampf für den Erhalt des Kulturlandes wird nun bestraft», so Burri. «Karten auf den Tisch» Die Meinungen gehen auseinander, was das Ausmass des Landverlusts angeht. «70 Aren sind nicht viel», sagt Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP). Fritz Burri findet hingegen, die ganze Anhöhe werde verschandelt. Und Ulrich Stähli vom VSK betont erneut, die Gemeinde solle die Karten auf den Tisch legen: «Der Bau der Schlaufe ebnet mittelfristig den Weg für eine Einzonung», sagt Stähli. Diese werde in 20 bis 25 Jahren tatsächlich wieder ein Thema sein, bestätigt Gemeinderätin Sedlmayer. In der aktuellen Revision der Ortsplanung wird die Gemeinde hingegen kein Land einzonen. Durch das Balsigergut Die Tramverlängerung in Wabern wird länger auf sich warten lassen und ist wohl erst ab 2016 ein Thema. Trotzdem wird auch für diese Linie bis Ende Jahr das Vorprojekt erstellt. Geht es nach dem Gemeinderat, wird die Endschlaufe vom Lindenkreisel durch das Land des Balsigerguts bis zur Bahnlinie geführt. Dort soll eine neue Haltestelle S-Bahn und Tram verknüpfen. Das Land in Kleinwabern gehört der Familienstiftung Balsigergut. Diese hat es verpachtet. Einer der Pächter ist Hans-Ulrich Schnegg. Er zeigt Verständnis für das Ansinnen, den ÖV in Wabern auszubauen, findet das Tramprojekt aber überdimensioniert. Von der Stiftung war gestern niemand für ein Statement zu erreichen. Katharina MerkleSpezialforum Kleinwabern zur Tramverlängerung: 31.März, 19.30, Bächtelen.>

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