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Schlag gegen Raubkopier-Website

InternetNun ist fertig rauf- und runtergeladen: Die US-Justiz hat gestern der Website Megaupload den Stecker gezogen und die Verantwortlichen des Internet-Speicherdienstes verhaftet.

Die amerikanische Justiz ist gegen den populären Internet-Speicherdienst Megaupload vorgegangen und hat die Website geschlossen. Das Justizministerium wirft dem deutsch-finnischen Gründer Kim Dotcom und weiteren Firmenverantwortlichen Verstösse gegen Gesetze zum Schutz des Urheberrechts vor. Der Klage zufolge wurde Megaupload für die Verbreitung von illegal kopierter Musik, Filmen, Fernsehprogrammen und digitalen Büchern genutzt. Der Anklage zufolge geschah dies mit Wissen der Betreiber, die Raubkopierer sogar noch ermutigt hätten. Auch die im vergangenen Jahr gesperrte Plattform Kino.to soll demnach auf Dienste von Megaupload zurückgegriffen haben. Schaden von 500 Millionen Megaupload sei für einen Schaden von mindestens 500 Mio. Dollar verantwortlich, so die Behörden. Zugleich habe das Unternehmen illegal 175 Mio. Dollar verdient. Kim Dotcom sowie drei weitere Personen seien am Donnerstag auf Veranlassung von US-Behörden in Neuseeland festgenommen worden. In Coatesville nördlich von Auckland durchsuchten 70 Beamte ein Anwesen der Betreiber von Megaupload. Dort wurden nach Angaben der Polizei Wertgegenstände und Geld im Wert von sechs Mio. neuseeländischen Dollar (etwa 4,5 Mio. Fr.) sichergestellt. Die Anklage in den USA richtet sich gegen sieben Personen. Ihnen drohen langjährige Haftstrafen. Alleine auf den Vorwurf der Verschwörung zu organisierter Kriminalität stehen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Ausserdem werden den Angeklagten Geldwäsche und Verstösse gegen das Urheberrecht zur Last gelegt. Bei Megaupload können Nutzer Dateien, die beispielsweise zu gross für eine E-Mail sind, auf einen Server des Anbieters hochladen, wo sie von anderen Nutzern wieder heruntergeladen werden können. Megaupload hatte nach eigenen Angaben mehr als 180 Millionen registrierte Nutzer. Die grosse Mehrheit des Datenverkehrs von Megaupload sei legitim. Man wolle aber nicht aufgeben. Wenn die Unterhaltungsindustrie von der Beliebtheit des Dienstes profitieren wolle, sei man zum Dialog bereit. «Wir haben einige gute Ideen. Meldet euch», hiess es in der Mitteilung des in Hongkong ansässigen Unternehmens. Denn Megaupload ist nicht nur wegen seiner Grösse einzigartig, sondern auch wegen der prominenten Unterstützung, die die Website geniesst. Darunter sind auch Musiker und Produzenten wie Kim Kardashian, Alicia Keys und Kanye West. Megaupload war den Angaben zufolge zeitweise die 13. meistgenutzte Website im Internet. Zuletzt lag sie immerhin noch in den Top 100. Die Sperrung von Megaupload fällt in eine Zeit, in der in den USA gerade über zwei Gesetzesentwürfe debattiert wird, um Online-Piraterie und Fälschungen stärker zu ahnden. Gegner argumentieren, sie gefährdeten die Meinungsfreiheit und Innovationen im Netz. Laut dem Justizministerium hänge der Zeitpunkt der Festnahmen jedoch nicht mit den Gesprächen im Kongress zusammen. sda>

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