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SBB-Brücke steht dem Projekt «Aarewasser» noch im Weg

Kiesen-UttigenIm Raum Kiesen entscheidet sich, wie

Die Aare verläuft zwischen Thun und Uttigen in einem schmalen, mit Blocksteinen hart verbauten Kanal. Die Uferbereiche sind unterspült und instabil. Der Lebensraum der Fische ist monoton, Ruhezonen und Flachufer fehlen. Der Kanton will mit dem Grossprojekt «Aarewasser» hier unter anderem den Flusslauf verbreitern, die Auenwälder aufwerten und den Schutz vor Hochwasser verbessern. Wenn der Kanton jedoch an der Aare baut, gefährdet er die Trinkwasserversorgung der Agglomeration Bern. Am kostbaren Gut laben sich rund 200000 Menschen (siehe Ausgabe von gestern). Doch die gefährdeten Grundwasserbrunnen des Wasserverbunds Region Bern sind bei weitem nicht das einzige Hindernis, das dem Grossprojekt im Raum Kiesen in die Quere kommt: Die SBB-Stahlbrücke bei Uttigen misst heute 64 Meter. Wird der Flusslauf verbreitert, muss auch die Brücke länger werden. Ansonsten wirkt sie im neu angelegten Gewässerraum als Hindernis und als Engpass für die Wassermassen. Die geplante Brücke soll deshalb zwischen 150 und 180 Meter lang werden. Die SBB haben die Stahlbrücke Uttigen jedoch erst im Sommer 2009 saniert. Dabei wurden unter anderem die Schienen und Schwellen ersetzt und die Stabilität erhöht, damit die Züge neu mit 160 statt der bis dahin möglichen 140 Stundenkilometern darüberfahren können. Gleichzeitig wurde ein neuer Fussgängersteg montiert. Ein Neubau der Brücke steht deshalb für die SBB zurzeit gar nicht zur Diskussion. «Ein Ersatz der rund 100-jährigen Brücke steht aus heutiger Sicht erst 2025 bis 2030 an», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann. Die SBB machen auch unmissverständlich klar, wer aus ihrer Sicht die zusätzlichen Kosten für die mehr als doppelt so lange Brücke bezahlen muss: «Sollte der Kanton Bern in Zusammenhang mit dem Projekt ‹Aarewasser› Anforderungen an eine grössere Brückenspannweite stellen, wären die zusätzlichen Kosten durch ihn zu finanzieren», so Kormann. Um in dieser Kostenfrage schon mal Position zu beziehen, gehören auch die SBB zu den Einsprechern des Projekts «Aarewasser». Christian Liechti>

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