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SBB suchen Frauen für den Führerstand

BahnverkehrDie SBB brauchen in den nächsten zehn Jahren 1000 neue Lokführerinnen und Lokführer. Dabei sollen vermehrt auch Frauen gewonnen werden.

Bei den SBB arbeiten rund 3500 Lokführerinnen und Lokführer. Der Frauenanteil ist aber mit etwas über zwei Prozent noch sehr gering. Das wollen die SBB ändern. «Frauen sollen vermehrt in den Fokus der Rekrutierungsbemühungen gerückt werden», heisst es in einer Medienmitteilung der SBB von gestern. Das Berufsbild «Lokführende» soll unter anderem dadurch attraktiver gemacht werden, dass Ausbildung und Anstellung im Teilzeitverhältnis angeboten werden. Der Unterricht wird an drei Wochentagen stattfinden. Nach insgesamt 70 Wochen ist die Ausbildung abgeschlossen. Während der Ausbildung erhalten die angehenden Lokführerinnen und Lokführer ein Jahresgehalt von 44000 Franken. Nach der Ausbildung sind es dann mindestens 63000 Franken im Jahr. Eigentlich haben die SBB-Lokführer schon heute das Recht auf ein Teilzeitpensum. In den meisten Fällen können die SBB aber nicht auf Teilzeitwünsche eingehen, weil noch zu wenig ausgebildete Lokführer vorhanden sind. «Deshalb müssen die SBB mit Volldampf weiter Personal für den Führerstand ausbilden», fordert Peter Moor, Sprecher des Eisenbahnerverbandes. Frauen im Führerstand sind bei den SBB nichts Neues. Bereits 1991 hat die erste Frau die Ausbildung zur Lokführerin bei den SBB bestanden. In den 90er- Jahren folgten sechs weitere Frauen. 2004 starteten die SBB eine «Lokführerinnen-Frauenklasse» in Biel. Heute sind bei den SBB 71 Frauen als Lokführerinnen im Einsatz. Vor 1988 war es Frauen aufgrund der Eintrittsbedingungen gar nicht möglich, den Beruf als Lokführerin zu wählen. Bis dahin wurden nur Personen zur Ausbildung zugelassen, welche eine technische Berufslehre sowie die Rekrutenschule absolviert hatten. Heute können alle Personen, die eine abgeschlossene Berufslehre oder die Matura haben, sich für die Lokpersonalausbildung anmelden. «Vor 20 Jahren begegneten viele Lokführer der Öffnung ihres ‹Männerberufs› für Frauen mit Skepsis. Heute sind Frauen auf den Lokomotiven Alltag – und das ist richtig so», sagt Hubert Giger, Präsident des Schweizer Lokführerverbandes. Eine Frauenquote beim Lokführerberuf hält Giger aber für nicht sinnvoll. «Entscheidend darf einzig die Qualifikation für unseren sicherheitsrelevanten Beruf sein», so Giger. nb>

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