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Ruinöse Holz-Deals

Ab Montag steht der Ex-Geschäftsführer des Verbands Bernischer Waldbesitzer vor Gericht. Er ist der Misswirtschaft angeklagt.

Ende 2005 wurde Berns Waldlandschaft heftig erschüttert: Bei einer Buchprüfung flog auf, dass der Verband Bernischer Waldbesitzer (VBW) in finanzielle Schieflage geraten war. Mutmasslicher Grund: Der damalige Geschäftsführer soll Gelder zweckentfremdet haben. Er wurde nach dem Auffliegen der Geschäfte im November 2005 per sofort entlassen und angezeigt. Kurz darauf musste der VBW seine Bilanz deponieren. Ein Nachfolgeverband, die «Berner Waldbesitzer» (BWB), wurde gegründet, der bis heute für die Belange der bernischen Waldbesitzer als Dachverband fungiert. 1,2 Millionen Schulden Ab Montag steht der ehemalige VBW-Geschäftsführer vor dem Einzelgericht in Bern. Er war vor 2005 während 20 Jahren beim Verband tätig. Das Gericht hat zu beurteilen, ob der Mann Misswirtschaft betrieben hat. Er soll mit Geld, das für den Selbsthilfefonds der Schweizer Holzwirtschaft bestimmt war, Holz gekauft und nach Italien verkauft haben. Das Geld des Käufers kam nie beim Verband an, der als Vermittler zwischen Holzbesitzern und Käufern fungiert. Diese und andere Methoden führten beim VBW zu einem Schuldenberg von rund 1,2 Millionen Franken. Krach in der Holzbranche Nach dem Konkurs stritt die gesamte Schweizer Holzwirtschaft über die Schuld am Debakel. Der Selbsthilfefonds als grösster Gläubiger zeigte die Organe des VBW wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und möglicher Konkursdelikte an; sie hätten ihrem Geschäftsführer besser auf die Finger schauen sollen, hiess es. Zusätzlich habe der Verband mit dem Konkurs die Altlasten dem Konkursrichter überlassen, sagte die damalige SHF-Präsidentin Marianne Räss. Der Präsident des VBW, alt SVP-Nationalrat Hermann Weyeneth, erhob seinerseits Vorwürfe gegen den Schweizer Verband: Die verlustreichen Geschäfte seien in dessen Auftrag getätigt worden. Die Anzeige gegen Weyeneth wurde im Dezember 2007 eingestellt und Weyeneth mit 10000 Franken entschädigt. Der Verdacht auf ungetreue Geschäftsführung hatte sich nicht erhärten lassen. Im Prozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer werden eine ganze Reihe Zeugen befragt: Allein dafür sind zwei Tage reserviert. Das Urteil wird voraussichtlich übernächste Woche verkündet. Anna Tschannen>

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