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Rhythmus des Südens im Blut

Das 11.Interlatina hat seine Heimat auf dem Marktplatz mitten in Interlaken gefestigt. Über 5000 Besucher tanzten an drei Tagen vom Regen in die Sonne. Der Platz wurde zum Ort der Begegnung und der heissen Rhythmen.

«Auf Umwegen sind wir zurück auf dem Platz, wo das Interlatina seinen Anfang nahm. Der Marktplatz bietet einen abgeschlossen Rahmen, hier fühlen wir uns wie zu Hause», schwärmte ein zufriedener Nöldy Baumann, Initiant und Leiter des Latino-Festivals Interlaken. Das letzte Juliwochenende gehört in Interlaken seit elf Jahren den südamerikanischen Rhythmen, auch wenn das Wetter oft das schwülheisse Ambiente schuldig bleibt. Mit junger Musik aus der Dominikanischen Republik heizten die beiden Brüder Thony und Isaias Vega als Solo Dos den regennassen Besuchern ein. Salsardiente, das fünfzehnköpfige Salsaorchester aus der Schweiz, begeisterten Europäer und Latinos und bestimmten mit ihrer musikalischen Präsenz den Abend. Die spritzige Salsatanzshow mit dem kubanischen Tanzlehrer Luis Manrice Cantum liess das kühle Wetter endgültig vergessen. Bossa Suiça Aus Bossa Nova wird Bossa Suiça, eine Schweizer Welle. Die Band mit Ueli Liechti, Stefan Dorner und Kurt Brunner startete in den brasilianischen Samstag. Sie eröffnete das vielfältige musikalische Spektrum dieses Landes, das nicht nur aus Samba besteht. Polygon, der Name steht für ein breites Repertoire des einheimischen Quintetts angefressener Amateurjazzer. Ihre Kompositionen liessen hören, wie brasilianische Rhythmen auf jazzige Art klingen. Und doch, der Samba verzauberte die Welt. Die Musik, der Tanz erinnerte an Karneval, Rio de Janeiro, lebensfrohe Menschen und schwungvolle Musik, die Herzen gingen auf, und die Beine tanzten davon. Gegê do Cavaco hat den Samba im Blut, vererbt von seinem Vater. In Brasilien spielt er vor Zehntausenden. Doch seine Ausstrahlung und Präsenz zeichnen den Vollblutmusiker aus, egal ob dies am weissen Strand der Copacabana oder auf dem Asphaltboden des Marktplatzes ist. Zu Samba gehören Tänzerinnen, und die zeigten denn auf dem Marktplatz eine Virtuosität, eine unbezähmbare Bewegung und eine eindrückliche Körperleistung. Schade, dass diese Tanzform oft als reine Touristenfolklore des südlichen Kontinents abgestempelt wird. Sich näherkommen «Interlaken lebt vom Tourismus, aber auch mit Menschen zusammen, die hier eine neue Heimat gefunden haben», schreibt Sabina Stör Büschlen, Gemeinderätin in Interlaken, in ihrem Leitgedanken zum Festival und schliesst den Bogen mit: «Wenn Integration eine lange Reise ist, dann ist das Interlatina für manche Leute ein wichtiges Wegstück davon.» Hier kamen sich denn auch in diesem Jahr Einheimische und Latinos auf eine fröhliche, friedliche Art näher, lernten sich gegenseitig schätzen. «Sicher ist dies auch ein Grund dafür, dass dieses Fest ohne Gerangel, Alkoholexzesse oder Vandalismus endet», sagte der Veranstalter Nöldy Baumann. Peter Wenger >

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