Nächster Rückschlag für das Tierheim in der Eymatt

Bern

Einsprecher haben die Baubewilligung für das neue Berner Tierheim mit einer Beschwerde angefochten. Damit droht dem Heim die nächste Verzögerung.

Das Warten geht weiter: Gegen die Baubewilligung für das neue Berner Tierheim wird Beschwerde geführt.

Das Warten geht weiter: Gegen die Baubewilligung für das neue Berner Tierheim wird Beschwerde geführt.

(Bild: iStock)

Christoph Hämmann

Zu früh gefreut: Die Baubewilligung für das Tierheim in der Eymatt im Bremgartenwald, die Ende letzten Jahres erteilt wurde, ist noch nicht rechtskräftig. Eine Gruppe von Einsprechern hat den Entscheid des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) mit einer Beschwerde an die kantonale Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) weitergezogen, wie es dort gestern auf Anfrage hiess.

Für den Verein Berner Tierschutz, der seit über 20 Jahren nach einem Ersatz für sein Tierheim in Oberbottigen sucht, bedeutet dies einen neuerlichen schmerzhaften Rückschlag.

81 Prozent für Zonenplan

Er sei enttäuscht, sagt Daniel Wyssmann, Fürsprecher des Berner Tierschutzes und Präsident der Baukommission. Seit Jahren verhandelt er immer wieder mit Kritikern, die von der anderen Seite des Wohlensees aus 700 Metern Entfernung gegen das Neubauprojekt schiessen. «Das Projekt erfüllt alle gesetzlichen Vorschriften», sagte Wyssmann Ende Jahr, als er endlich die Baubewilligung in den Händen hielt. Gleichzeitig hatte das AGR die notwendige Zonenplanänderung bewilligt, die von der städtischen Stimmbevölkerung im März 2018 mit 81 Prozent angenommen worden war.

Davor hatte sich der Berner Tierschutz mit der grössten Einsprechergruppe, die sich von einem Anwalt vertreten liess, auf deutlich reduzierte Auslauf­­zeiten für die Hunde im geplanten Heim geeinigt. Als die Gruppe ihre Einsprache zurückzog, hoffte Wyssmann, dass die übrigen zwei privaten Parteien mitziehen würden. Jetzt, da stattdessen deren Beschwerde vorliege, befürchtet Wyssmann, dass es den verbliebenen Einsprechern um maximale Verzögerung gehe.

Hunde von 19-8 Uhr drinnen

Im schlimmsten Fall könnte ein Entscheid der JGK zugunsten des Tierheims erst ans Verwaltungs- und danach ans Bundesgericht weitergezogen werden. Die Beschwerdeführer wollen sich zum laufenden Verfahren nicht äussern, liess gestern einer ihrer Vertreter verlauten.

«Wir können keine weiteren Zugeständnisse machen», sagt Wyssmann, und fügt eine bemerkenswerte Begründung an: «Würden wir die Auslaufzeiten weiter reduzieren, kämen wir in einen Clinch mit dem Tierschutz.» Bereits mit dem Entgegenkommen, dass zwischen 19 Uhr und 8 Uhr keine Hunde nach draussen gelassen würden, gehe der Verein Tierschutz an die Grenzen: «Hunde sind stubenrein und versäubern sich erst im absoluten Notfall im eigenen Zwinger. In beiden Fällen leiden sie aber: Wenn sie ihr Geschäft verklemmen und wenn sie ihre Unterkunft verunreinigen.» Die getroffene Einigung sei deshalb «das Äusserste, das wir ­­gerade noch verantworten ­­können».

«Würden wirdie Auslauf­­zeiten weiter reduzieren, kämen wir in einen Clinch mit dem Tierschutz.»Daniel Wyssmann?Fürsprecher des Vereins Berner Tierschutz

Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch beim Verein Berner Tierschutz. Durch die neuste Beschwerde verzögere sich der Baubeginn nicht in jedem Fall, so Wyssmann. «Wir planen schon länger mit Baubeginn im Frühling 2020. Sollte die JGK noch in diesem Jahr über die Beschwerde entscheiden, ist das immer noch möglich.» Und wenn die Beschwerde weitergezogen würde? Darüber wolle er nicht spekulieren, sagt Wyssmann.

Berner Zeitung

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