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Vereine müssen im Halbdunkel trainieren

In der Wandermattehalle in Wabern ist ein Teil der Beleuchtung seit Monaten defekt. Das Problem: Die Lampen gibts nicht mehr.

Für defekte Deckenlampen in der Wandermattehalle in Wabern gibt es keinen Ersatz mehr.
Für defekte Deckenlampen in der Wandermattehalle in Wabern gibt es keinen Ersatz mehr.
Christoph Albrecht

Die Fussballer dürften es verkraften können, schon kritischer wird es bei den Unihockeyanern. Spätestens für die Tischtennisspieler ist die Situation aber ein Ärgernis: Wenn sie in der Turnhalle Wandermatte in Wabern ihre Trainings und Spiele austragen, dann müssen sie dies im gedämpften Licht tun. Seit Monaten.

«Zwei der grossen Deckenlampen sind seit dem Spätherbst defekt», bestätigt ein Pingpong-Spieler, der seinen Namen und jenen seines Vereins nicht in der Zeitung lesen möchte. Die eingeschränkten Sichtverhältnisse seien beim Spiel mit dem kleinen weissen Ball definitiv eine Einschränkung. «Wir stellen die Tische seither nur noch im besser beleuchteten Hallenteil auf.»

Der Tischtennisspieler nimmt das Ganze zwar relativ sportlich. Dass die Reparatur trotz mehreren Meldungen so lange auf sich warten lässt, finde er aber «schon blöd». Zumal es nicht das erste Mal vorkomme. «Schon vor anderthalb Jahren waren Lampen ausgestiegen und erst nach mehreren Monaten ausgewechselt worden.»

Vor vier Jahren neu gebaut

Das erstaunt, zumal die Schule Wandermatte in Wabern inklusive Turnhalle vor etwas mehr als vier Jahren komplett neu gebaut wurde. Das Könizer Stimmvolk genehmigte für das Gesamtprojekt damals an der Urne einen Kredit über 11 Millionen Franken.

Wie kommt es, dass die Lampen in der frisch gebauten Halle bereits regelmässig versagen? Und vor allem: Warum lässt man sich mit der Reparatur derart viel Zeit? Die Abteilung Gemeindebauten Köniz, zuständig für den baulichen Unterhalt in den Schulanlagen, schreibt auf Anfrage: «Die Auswahl des Leuchtentyps beruht auf dem Gesamtkonzept des damals beauftragten Architekten.»

Bei eben diesem Leuchtentyp handelt sich um LED-Leuchten. Im Gegensatz zur guten alten Glühbirne, die meist nur eine Lebensdauer von ein paar Jahren hat, halten die modernen Lichtquellen bestenfalls ein paar Jahrzehnte.

Gegenüber der herkömmlichen Glühbirne, die der Hauswart mit ein paar wenigen Handgriffen ohne weiteres selber auswechseln könnte, gibt es aber ein wesentliches Problem: «Bei LED-Leuchten kann kein Leuchtmittel ersetzt werden», heisst es bei den Gemeindebauten. Ist eine Leuchte defekt, muss gleich die ganze Lampe ersetzt werden. Nur ist das im Fall der Turnhalle Wandermatte eben auch nicht so einfach. Denn: «Die bestehenden Leuchten sind so nicht mehr erhältlich.» Die LED-Technologie sei halt schnelllebig.

Ersatz in Frühlingsferien

Die Abteilung klärt nun ab, «welcher Leuchtentyp als Ersatz infrage kommt und in welchem Umfang der Ersatz sinnvoll ist». Ziel sei es, die defekten Leuchten in den Frühlingsferien zu ersetzen, wenn kein Schulunterricht oder Vereinssport stattfindet. «Aufgrund der Raumhöhe in der Turnhalle muss ein Rollgerüst für Arbeiten im Deckenbereich aufgestellt werden.» Für eine turnhallentaugliche LED-Leuchte sei mit Kosten von etwa 800 Franken pro Stück zu rechnen.

Es scheint also, als müssten die Sportler ihre Wettkämpfe in der Turnhalle Wandermatte noch eine Weile im schummrigen Licht bestreiten. Die Botschaft dürfte bei den Könizer Vereinen nicht gut ankommen. Ausgerechnet ihnen hatte die Gemeinde Köniz vor zwei Jahren die Hallengebühren auf das Doppelte erhöht. Zumindest der Tischtennisspieler findet: «Da sollten wenigstens die Lampen funktionieren.»

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