Swisscom zieht 1200 Mitarbeitende aus Köniz ab

Köniz

Die Swisscom schliesst ihren Standort im Businesspark im Liebefeld. Die finanziell schon angeschlagene Gemeinde verliert dadurch drei Millionen Franken an Steuereinnahmen.

Das Ende der Swisscom an der Waldeggstrasse 51 in Köniz.

Das Ende der Swisscom an der Waldeggstrasse 51 in Köniz.

(Bild: Beat Mathys)

Mathias Gottet

Die Swisscom zieht im Herbst aus dem Businesspark im Liebefeld aus. Damit zügeln rund 1200 Mitarbeitende weg aus Köniz und werden an den schon bestehenden Standorten in Ittigen, Worblaufen und Bern integriert. Dies teilte die Unternehmung am Donnerstag mit. Wie viele Mietzinse die Swisscom durch die Auflösung des Standorts in Köniz sparen kann, wollte der Konzern am Donnerstag nicht sagen.

Der Grund für den Umzug liege nicht bei einer Erhöhung des Mietpreises durch die Eigentümerin, sondern bei der «mobilen Arbeitsweise» der Mitarbeitenden. Die Swisscom löst deshalb rund 30 Prozent der fest zugeteilten Arbeitsplätze auf. Die Firma setzt damit auf geteilte Arbeitsmöglichkeiten. Um auf solche Veränderungen reagieren zu können, besitze die Unternehmung keine eigenen Businessparks.

Weiteres Finanzloch

Für die Gemeinde Köniz ist der Wegzug des Telecomkonzerns äusserst unerfreulich. Von den Firmen war die Swisscom bisher die beste Steuerzahlerin der Gemeinde. «Für die Gemeinde Köniz sind das wirklich schlechte Nachrichten», sagt Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP). «Wir waren bereits zuvor in einer schwierigen Ausgangslage.»

Die Swisscom trägt gut ein Viertel zu den Steuereinnahmen von juristischen Personen in Köniz bei. Das mache rund drei Millionen Franken pro Jahr aus. Auf die Rechnung 2020 werde der Wegzug gemäss Berlinger noch nicht einen riesigen Einfluss haben, aber: «Ab dem Jahr 2021 werden uns die drei Millionen Franken fehlen.»

Damit wird das Loch in den Finanzen der bereits angeschlagenen Gemeinde noch grösser. Für das aktuelle Jahr budgetiert die Gemeinde einen Verlust von 1,9 Millionen Franken. Eine Steuererhöhung lehnte das Stimmvolk Mitte November ab. «Der Gemeinderat wollte die Steuererhöhung. Nun müssen wir die Finanzstrategie noch einmal überarbeiten», sagt Annemarie Berlinger.

Für die Gemeinde und die Eigentümerin des Gebäudes beginnt nun die Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

Noch kein Nachmieter

Der Gebäudekomplex an der Waldeggstrasse 51 gehört der Swiss Life AG. Der Lebensversicherungskonzern hat das Gebäude im Jahr 2011 von einem Immobilienfonds der Credit Suisse erworben. Betreffend einen zukünftigen Mieter kann das Unternehmen zurzeit noch keine Angaben machen. «Wir werden nun erste Massnahmen für die Wiedervermietung einleiten», sagt die Sprecherin des Unternehmens, Tatjana Stamm.

Wie die Könizer Präsidentin betont, sei der Standort mit dem nahe gelegenen Bahnhof bestens erschlossen. Sie werde alles tun, um so rasch wie möglich einen neuen Mieter zu finden. Die Swisscom war seit 2006 im Liebefeld eingemietet und beschäftigt rund um Bern rund 5000 Mitarbeitende.

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