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Neues Schulhaus für Jegenstorf

Die Gemeinde ersetzt das Schulhaus Gyrisberg I durch einen Neubau. Die Sanierung des fast 50-jährigen Gebäudes, hätte nicht rentiert. Nun liegt das Siegerprojekt «Pinocchio» vor.

Hans Ulrich Schaad
So wird das neue Schulhaus vom Pausenplatz her aussehen.
So wird das neue Schulhaus vom Pausenplatz her aussehen.
PD

Jegenstorf hat Erfahrung mit der Sanierung von Schulhäusern. Vor ein paar Jahren hat die Gemeinde das Sägetschulhaus für rund 10 Millionen Franken modernisiert. Nach dem Abschluss dieser Arbeiten stand der nächste grosse Brocken an: das Schulhaus Gyrisberg I. Das Gebäude ist bald fünfzig Jahre alt und braucht mehr als einen neuen Anstrich. Es entspricht weder energetisch, baulich noch betrieblich den heutigen Anforderungen. Zudem fehlten in diesem Primarschulhaus Klassen- und Gruppenräume aufgrund der gestiegenen Schülerzahl und der neuen Lehr­pläne. 

Eigentlich sei auch beim Schulhaus Gyrisberg I eine Totalsanierung vorgesehen gewesen, sagt die zuständige Gemeinderätin Sandra Lyoth (SP). «Eine Machbarkeitsanalyse hat aber gezeigt, dass dies keinen Sinn macht.» So hätte allein die Erhöhung der Erdbebensicherheit eine Million Franken gekostet, erklärt Bauverwalter Jörg Mülchi. Und ein Provisorium während der Bauzeit hätte weitere fast 2 Millionen Franken verschlungen. Deshalb habe sich der Gemeinderat für die Variante Neubau und für den anschliessenden Abriss des alten Schul­hauses entschieden, sagt Sandra Lyoth.

Ein Kostendach

Das Verfahren lief in zwei Stufen ab. In einer ersten Phase suchte die Gemeinde Büros, die mit Schulhausbauten Erfahrung haben. Aus den fünfzehn Teams, die sich für eine Wettbewerbseingabe beworben hatten, wurden anhand der Referenzen vier ausgewählt, die ein Projekt für den Ersatzneubau einreichen durften. Wichtigste Vorgabe war: Es darf nicht mehr als 14,5 Millionen Franken kosten. Zudem soll eine spätere Erweiterung in die Höhe oder die Breite möglich sein. Nachdem sich ein Büro zurückgezogen hatte, konnte die Jury aus drei Vorschlägen das Siegerprojekt küren.

Den Zuschlag erhielt das Projekt «Pinocchio», das unter der Federführung der Hausammann Architekten AG aus Bern entwickelt worden war. Der Vorschlag überzeuge auf «städtebaulicher und architektonischer Ebene», heisst es im Jurybericht. Und es werte die Schulanlage Gyrisberg mit einer «klaren Erschliessung, der überzeugenden Aussenraumgestaltung und der präzisen Setzung des Baukörpers auf». Das Schulhaus ist viergeschossig, es umfasst 26 Klassenzimmer und Gruppenräume, 10 mehr als heute.

Eine Urnenabstimmung

Am 20. März entscheidet die ­Gemeindeversammlung über einen Projektierungskredit von 800'000 Franken. Mit diesem Betrag wird «Pinocchio» zum fixfertigen Bauprojekt ausgearbeitet. Es gebe nur noch kleinere Sachen, die man anpassen müsse, sagt Sandra Lyoth. Voraussichtlich im Sommer 2021 entscheiden die Stimmberechtigten an der Urne über den Baukredit von 14,5 Millionen Franken.

Gleichzeitig entscheiden die Jegenstorferinnen und Jegenstorfer über die Revision der Ortsplanung. Darin ist auch die Anpassung der Zone für öffentliche Nutzung Gyrisberg enthalten. Die bisherige maximale Gebäudehöhe muss für das neue Schulhaus von 10 auf 15 Meter angehoben werden.

Eine Steuererhöhung

Sandra Lyoth rechnet mit einem Baubeginn im Frühling 2022. Das neue Schulhaus könnte so im Frühling 2023 bezogen werden und damit bevor die nächste grosse Kiste beginnen wird: der Aus- oder Neubau des RBS-Bahnhofs. Dort kommen auf die Gemeinde je nach Variante Kosten von 6 bis 8 Millionen Franken zu.

Das Gyrisberg-Projekt sei aktuell das grösste Vorhaben in Jegenstorf und werde wohl eine Steuererhöhung nach sich ziehen, sagt Lyoth. Über den Zeitpunkt und die Höhe des Anstiegs kann sie noch keine Angaben machen. 

Die Ergebnisse des Projektwettbewerbs sind noch bis Sonntag, 2. Februar, im Kirchgemeindehaus Jegenstorf ausgestellt.

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