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Steueroase Muri gönnt sich eine Steuersenkung

1,14 statt 1,20: Muri spricht sich an der Urne klar für tiefere Steuern aus.

Franziska Rothenbühler

Das steuergünstige Muri zahlt im nächsten Jahr definitiv noch weniger Steuern. 3056 oder 82 Prozent der Stimmenden sagten am Wochenende Ja zu einer Steueranlage von 1,14, das sind 0,6 Zehntel weniger als im laufenden Jahr. Nur 670 oder 18 Prozent der Stimmenden sprachen sich dagegen aus.

Der Schritt wird möglich, weil die Gemeinde das vergangene Jahr derart gut abgeschlossen hat. Bei einem Umsatz von 78,5 Millionen Franken erwirtschaftete sie 2018 einen Rekordgewinn von rund 8 Millionen. Und auch im laufenden Jahr sieht es nach schwarzen Zahlen aus, wie Gemeindepräsident Thomas Hanke (FDP) schon im Parlament in Aussicht stellte.

«Ich habe mir ein deutliches Zeichen gewünscht», reagierte Hanke gestern auf das Resultat. Dass es nun sogar sehr deutlich ausgefallen sei, freue ihn umso mehr. Allein auf die Tatsache zurückführen, dass jeder gerne weniger Steuern zahlt und damit das Ja eigentlich ganz selbstverständlich war, mochte er es aber auch nicht. «Wir haben aufgezeigt, dass von den 8 Millionen Franken aus dem letztjährigen Gewinn deren 2 auch in Zukunft anfallen werden.»

Im Parlament war heftig darüber gestritten worden, ob eine Senkung auf nur 1,17 (Vorschlag SP) oder gar nur 1,19 (Vorschlag Forum) nicht der bessere Weg wäre. Für die SP kam die Steuersenkung zu früh, das Forum hätte mit dem gewonnenen Geld lieber Projekte in den Bereichen Klimaschutz, Energie und Biodiversität finanziert.

Auch da hätten sich die Stimmenden überzeugen lassen, dass die Gemeinde bereits einiges tue, so Hanke weiter. Als Beispiel nannte er das Energiestadt-Label, für das sich die Gemeinde immer wieder aufs Neue bewähren müsse. Muri werde auch anderweitig in Bereiche investieren, wie sie in der parlamentarischen Debatte genannt worden seien. Denn: «Wir haben kein Sparbudget. Wir werden Zeichen in diese Richtung setzen.»

Das Resultat: 3056 Ja (82,0%); 670 Nein (18,0%). Stimmbeteiligung: 42,8%

Muri tritt dem Wasserverbund bei

Der Wasserverbund Bern hat sein siebzehntes Mitglied: Mit 3488 Ja- (93,4 Prozent) gegen 248 Nein-Stimmen (6,6 Prozent) hat die Gemeinde Muri am Wochenende an der Urne den Beitritt beschlossen.

Mit dem Deal gehen das grosse Pumpwerk in der Wehrliau, zwei Quellen, zwei Reservoirs sowie die grossen Wasserleitungen an den Wasserverbund über.

Das Verteilnetz mit den kleinen Leitungen bleibt bei den Gemeindebetrieben Muri. Das Geschäft bringt der Gemeinde unter dem Strich etwas mehr als 8 Millionen Franken ein.

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