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Grosser Widerstand gegen 5G-Antenne

Einwohnerinnen und Einwohner von Oberthal haben sich gegen eine geplante 5G-Antenne auf dem Dach eines Cateringunternehmens gewehrt. Sie befürchten negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit.

Eine 5G-Antenne soll im Oberthaler Quartier Alterswil gebaut werden (Symbolbild).
Eine 5G-Antenne soll im Oberthaler Quartier Alterswil gebaut werden (Symbolbild).
Keystone/Martial Trezzini

Es war ein einziger Satz, der Otto Luginbühl und seine Frau Evelyne aufscheuchte. In einer Baupublikation der Swisscom Anfang Juni dieses Jahres entdeckten sie folgendes Vorhaben: «Neubau einer Mobilfunkanlage mit technischen Einrichtungen.»

Otto Luginbühl, pensionierter Maschineningenieur, kontaktierte sofort seinen früheren Berufskollegen und Präsidenten des Vereins Gigaherz, Hans-Ueli Jakob. «Er hat mir sofort bestätigt: Die Swisscom will in Oberthal eine 5G-Antenne bauen», sagt Luginbühl. Hans-Ueli Jakob will die Bevölkerung vor schädlichen Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung schützen.

Gesundheitliche Folgen

Als Otto Luginbühl dann nahe seinem Einfamilienhaus im Quartier Alterswil ein Profil auf dem Dach der Oswald Cateringtechnik AG entdeckte, war klar für ihn: «Das will ich nicht.» Zu gross sei die Unsicherheit, welche Auswirkungen die Strahlung einer 5G-Antenne auf die Gesundheit haben könnte.

«Für mich ist die ganze 5G-Geschichte ein grosser Feldversuch mit ungewissem Ausgang.»

Otto Luginbühl, Einsprecher aus Alterswil

Als Luginbühl weitere Anwohnerinnen und Anwohner informierte, stellte sich heraus, dass viele die gleichen Sorgen haben. Dies bestätigte später die Einsprache, die Luginbühl Ende Juni beim Regierungsstatthalter einreichte. Insgesamt 125 Oberthalerinnen und Oberthaler unterschrieben. Das ist knapp ein Viertel der 575 Stimmberechtigten.

Die gesundheitlichen Bedenken der zahlreichen Einsprecherinnen und Einsprecher hängen mit einem Informationsbrief des Kantons an die Gemeinden zusammen. Darin räumt dieser ein, dass die 5G-Strahlung einen Einfluss auf den menschlichen Körper hat.

Dagegen spricht, was die Swisscom über die gesundheitlichen Risiken schreibt: Weil 5G vorerst in den gleichen Frequenzbereichen wie seine Vorgängertechnologien betrieben werde, seien Studien über 3G und 4G auch auf 5G anwendbar. Und diese Studien hätten gezeigt, dass man von keiner gesundheitlichen Gefährdung der Strahlung ausgehen könne, sofern sich diese unter den Grenzwerten befinde.

Oswald wollte Hand bieten

Trotzdem: Mit der Entscheidung, sein Dach an den Mobilfunkanbieter zu vermieten, hat sich Rolf Oswald nicht nur Freunde im Dorf gemacht.Der Inhaber und Geschäftsführer der Oswald Caterintechnik AG habe der Swisscom Hand bieten wollen, sodass sie ihr Funknetz weiter ausbauen kann. «Ich benutze selber ein Smartphone, profitiere also auch von den Leistungen der Swisscom. Dafür will ich etwas zurückgeben», sagt er.

Nachdem er den Vertrag mit der Swisscom bereits unterschrieben gehabt habe, hätten sich etliche 5G-Gegner bei ihm beschwert, erzählt Oswald. Dazu sagt er: «Ich wollte niemandem schaden. Und meine Bemühungen, aufgrund des Widerstands aus dem Vertragsverhältnis auszutreten, blieben erfolglos.» Oswald verneint, dass ihn finanzielle Gründe zur Zusammenarbeit mit der Swisscom verleitet hätten. «Mit dem Vertrag werde ich nicht reich.» Wie viel die Swisscom Oswald monatlich zahlt, wollte er allerdings nicht sagen.

Wie es mit der 5G-Antenne weitergeht, ist unklar. Seit mehreren Monaten herrscht Stillstand. «Das ist hoffentlich ein gutes Zeichen», sagt Otto Luginbühl. Sollte die Einsprache abgelehnt werden, müsste man das in Oberthal so hinnehmen. «Uns bleibt keine Wahl. Für weitere Schritte fehlen uns die finanziellen Mittel.»

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