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Rahmen für die künftige Entwicklung ist gesteckt

KandergrundDie Gemeindeversammlung genehmigte die Überbauungsordnung Blausee und steckte so den Rahmen für die künftige Entwicklung. Zu diskutieren gaben die nach dem Hochwasser vom letzten Oktober notwendigen neuen Brücken.

Nur gerade 27 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger besuchten die Gemeindeversammlung Kandergrund. Im Vorfeld war wegen noch hängiger Einsprachen von verschiedener Seite vermutet worden, die seit vier Jahren laufende Planung könnte durch einen Antrag abgelehnt oder der Perimeter verkleinert werden. «Die auch nach den Verhandlungen unerledigten Einsprachen betreffen fehlende Unterlagen sowie Bedenken betreffend Wasserqualität im Fürtbach unterhalb der Fischzucht», erklärte Gemeindepräsident Fritz Inniger gleich zu Beginn. Er stellte auch fest, dass die Unterlagen mittlerweile vom Kanton vervollständigt wurden und «aus Sicht des Gemeinderates die anderen Einsprachen öffentlich-rechtlich nicht begründet» sind. Die Wasserproblematik sei nicht Teil der Überbauungsordnung und müsse separat gelöst werden, wenn Probleme auftauchen würden. Mit zwei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung wurde die Planung genehmigt – unter dem Vorbehalt der Einsprachen, über die in erster Instanz das Amt für Gemeinden und Raumordnung befinden wird. Damit ist klar, in welchem Rahmen die Blausee AG den Hotel-, Restaurations- und Fischzuchtbetrieb ausbauen darf. Direktor Peter Zemp sagte deutlich, dass überhaupt nicht klar sei, ob und wann die angedachten Bungalows im Wald, diejenigen auf der Sommerou und eine Erweiterung der Biofischzucht realisiert werden. Zähneknirschen im Volk Wir gross die gesetzlichen Auflagen und Einschränkungen für die Gemeinde sind, zeigte sich beim zweiten Geschäft: Nach dem Hochwasser vom 10.Oktober müssen vier Brücken neu gebaut werden. Diese belasten das Gemeindebudget stark, weshalb die vorgelegten geschätzten Kosten bei den Stimmbürgern für Diskussionen sorgten. Kritisiert wurden die hohen Planungskosten, die durch die Berücksichtigung diverser Auflagen und Gesetze entstehen, Einschränkungen bei der raschen Behebung von Schäden durch Bewilligungsverfahren, aber auch die geplante Bauausführung der Brücken. «Es kann doch nicht sein, dass kanderabwärts grössere Wasserdurchlässe nötig sind als weiter oben. Da geht die Kander doch schon oben über die Ufer», war eines der Voten. Fritz Inniger konterte, dass man nach den Hochwassern gelernt habe und nun neue Vorschriften für Neubauten gelten würden. «Heute würde man auch weiter oben anders bauen.» Genehmigt wurden dennoch rund 1,1 Millionen Franken für die Brücken Underem Büel, Erlebrunni Schulhausstrasse und Tiefenmatti/Hundsprung. Der Übergang Stägebach Müllerli ist zurückgestellt, weil dieser mit einem laufenden Renaturierungsprojekt koordiniert werden muss. Subventionen sind jeweils bis 65 Prozent zu erwarten. Die Folgekosten der drei Teilprojekte sind ebenfalls happig: jährliche Abschreiber von total 72000 Franken, Zinskosten von total über 10000 Franken. «Zähneknirschend» und mit der Hoffnung, dass die tatsächlichen Baukosten tiefer ausfallen werden, wurden die Bruttokredite bewilligt. Der Gemeinderat hat zudem die Kompetenz, mit der Armee über die Übernahme der Notbrücke Underem Büel zu verhandeln. Falls das machbar und sinnvoll ist, «könnten wir etwa 200000 Franken einsparen.» Hans Rudolf Schneider >

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