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Radonwerte höher als erwartet

Über 1000 Haushalte im Oberaargau haben die Radonkonzentration in Wohnräumen messen lassen. Vom Resultat ist selbst das Kantonale Laboratorium überrascht: In 100 Fällen wurden über 400 Becquerel registriert.

Wer im Oberaargau ein Haus besitzt, der sollte sich eher früher als später mit dem Thema Radon befassen. Denn die Endmoräne des eiszeitlichen Rhonegletschers hat in der Region grössere Mengen von uranhaltigem Gestein zurückgelassen (siehe Kasten). Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist Radon in der Schweiz die häufigste Ursache für Lungenkrebs – nach dem Rauchen. Jährlich werden 200 bis 300 Fälle registriert. Um die Belastung besser beurteilen zu können, hat der Kanton im letzten Jahr sämtlichen Oberaargauer Gemeinden mit erhöhtem Radonrisiko kostenlose Messungen angeboten. Herzogenbuchsee, Inkwil, Berken, Graben, Niederbipp, Rumisberg, Walliswil/Wangen, Heimenhausen, Aarwangen, Bannwil und Schwarzhäusern machten mit. Jetzt liegen die Ergebnisse vor – und sie sind nicht eben beruhigend: «Es sind viele hohe Werte gemessen worden, mehr, als ich erwartet habe», sagt Stephan Kyburz vom Kantonalen Laboratorium Bern. Grenzwert überschritten Freiwillig mitgemacht haben bei der Messaktion rund 1000 Haushalte. Während dreier Monate konnten sie gratis ein Radon-Messgerät – ein sogenanntes Dosimeter – im Wohnbereich platzieren. Ausgewertet wurden die schwarzen Kästchen von der Firma Geotest in Zollikofen. In zehn Fällen stellte die Unternehmung im Wohnbereich eine Radonkonzentration über dem Grenzwert von 1000 Becquerel fest. In weiteren 100 Fällen sind es über 400 Becquerel. Ab diesem Wert bietet das Kantonale Laboratorium kostenlos Nachmessungen an – und Stephan Kyburz empfiehlt den Liegenschaftsbesitzern, ab diesem Wert «spätestens bei der nächsten Renovation über bauliche Massnahmen nachzudenken». Wo der Grenzwert von 1000 Becquerel überschritten wird, ist der Hausbesitzer von Gesetz her verpflichtet, aktiv zu werden. «Gemessen wurden die hohen Werte im Oberaargau querbeet in allen Gemeinden», sagt Kyburz. Geografische Aussagen zu den «Hotspots» liessen sich daher keine machen. Sanierung geht ins Geld Eine Radonsanierung kann den Hausbesitzer ohne Weiteres ein paar Tausend Franken kosten. An den Ausgaben beteiligen sich Bund, Kanton und Gemeinden nämlich nicht. So teuer müsse es aber nicht in jedem Fall werden, betont Kyburz. «Manchmal bringt schon eine neue Dichtung für die Kellertür den gewünschten Erfolg.» Tiefer muss der Hausbesitzer aber in die Tasche greifen, wenn er entscheidet, im Untergeschoss ein Abluftsystem zu installieren oder den Boden des Naturkellers betonieren zu lassen. Wobei: Einfach nachzubetonieren, bringe in der Regel wenig, weiss Stephan Kyburz. «Das Radon dringt dann einfach durch Risse und über die Wände in die Wohnung ein.» Stefan SchneiderDas Kantonale Laboratorium ist unter 031 633 11 41 erreichbar. Infos zu Radon und eine Liste der Radonfachpersonen lassen sich auf der Internetseite des Bundesamtes für Gesundheit finden. Die Messresultate der Region sind ab Dezember auf der Geoportal-Seite des Kantons zu lesen. •www.bag.admin.ch •www.be.ch/geoportal >

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