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Regula Mader Im Nachgang von Demonstrationen wird immer wieder Kritik an der Polizei laut. Insbesondere die Festnahmepraxis stand am Pranger und der Umstand, dass Festgenommene sich für die Leibesvisitation nackt ausziehen mussten. Nach der Fusion von Stadt- und Kantonspolizei zog Kommandant Stefan Blättler die damalige Regierungsstatthalterin Regula Mader (SP) bei. Sie überprüfte während der Anti-WEF-Demo von 2008 die Festhalte- und Warteräume. Damals wurden 242 Personen festgehalten. Mader stellte zahlreiche Mängel, aber keine Übergriffe fest. Sie kritisierte, dass die angehaltenen Personen unter freiem Himmel in der Kälte ausharren mussten. Es habe an Toiletten, Wasser und Essen gefehlt. Die langen Wartezeiten der mit Kabelbindern gefesselten Kundgebungsteilnehmer beanstandete Mader ebenfalls. Sie formulierte 26 Empfehlungen. Blättler versprach, die Vorschläge umzusetzen. Bei einer neuerlichen Stichprobe Maders im Herbst 2011 während des SVP-Festes stellte sie viele Verbesserungen fest. An diesem Samstag wurden 55 Personen angehalten. Die Mehrzahl der Empfehlungen sei im Festhalteraum P+R Neufeld umgesetzt worden, lobte sie. Auch die Trennung Jugendlicher vom Rest der Festgehaltenen und die Wahrung der Intimsphäre seien nun garantiert gewesen. Die durchschnittliche Aufenthaltszeit habe «höchstens zwei Stunden» betragen. Nackt ausziehen müssen beim Durchsuchen habe sich an diesem Tag niemand. Die Polizei sei juristisch korrekt und verhältnismässig vorgegangen, lautete ihr Fazit. Auch diesmal wurden die Festgehaltenen mit Kabelbindern gefesselt. Diese Massnahme sei üblich und verhältnismässig, sagte Mader, die mittlerweile nicht mehr Statthalterin ist. Zu verbessern sei der Informationsfluss zwischen den Polizisten an der Front und jenen im Warteraum. Ein Nachspiel hatten die 37 Fernhalteverfügungen. Die Polizei hat nachträglich einige rückgängig gemacht. Ab sofort wird an Kundgebungen eine interne Juristin beigezogen. Sie soll für ein korrektes Vorgehen sorgen.cab>

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